Neubau der Universellen Werke 2 in der Südvorstadt Dresden: Spatenstich und Zukunftsperspektiven
Großprojekt von Immopact Dresden nimmt deutlich Fahrt auf
Von Dr.h.c. Bernhard Heck

Mit einer kleinen Verspätung – ganz im Sinne der traditionellen „akademischen Viertelstunde“ – traf Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert zum Spatenstich für die „Universellen Werke 2“ ein. Doch von Hektik war bei seiner Rede keine Spur. Gelassen und voller Zuversicht verkündete er die nächsten großen Schritte für den Bildungs- und Forschungsstandort Dresden.
Nach den viel beachteten Ansiedlungen von Hightech-Unternehmen wie TSMC und Bosch im Dresdner Norden, bahnt sich nun ein weiteres Großprojekt an: Ministerpräsident Michael Kretschmer übergab den Fördermittelbescheid der Europäischen Union über 77,5 Millionen Euro für den Neubau des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) für Elektrotechnik in Dresden. Insgesamt wird sich die Europäische Union mit Fördermitteln von bis zu 100 Millionen Euro aus dem EFRE/JTF-Programm an dem ambitionierten Projekt beteiligen. Insgesamt belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 136,2 Millionen Euro.
Und nun werden die Universellen Werke 2 an der Zwickauer Straße auf der Achse der neuen Campuslinie zum Uni Campus eingebunden. Dazu der Oberbürgermeister: „Die Landeshauptstadt Dresden spricht der Errichtung eines neuen Campus in der direkten Nachbarschaft zur Technischen Universität Dresden ihre ausdrückliche Anerkennung aus. Besonders erwähnenswert ist die Ansiedlung in den Wissenschaftseinrichtungen der Universellen Werke 2, die durch die zentrumsnahe Lage hervorragende Rahmenbedingungen für innovative Unternehmen bieten. Mit der Bereitstellung hochattraktiver Räumlichkeiten am neuen Campus setzt Dresden ein deutliches Zeichen für die Förderung von Innovation und Unternehmensentwicklung. Die Nachfrage nach Unternehmensansiedlungen sowie nach Erweiterungen, insbesondere mit Schwerpunkt auf Hightech-Standorten und Clustern, ist augenfällig und verzeichnet einen stetigen Anstieg. Die Stadt erhält wöchentlich zahlreiche Anfragen von Unternehmen, die Interesse an einer Ansiedlung oder Expansion in Dresden bekunden“.
Viel beachtet gilt Dresden als Vorreiter in der Entwicklung zukunftsfähiger Unternehmensstandorte. Im Vergleich zu anderen Regionen der Bundesrepublik verfolgt Dresden einen eigenständigen, fortschrittlichen Ansatz bei der Entwicklung von Unternehmensstandorten und Innovationsclustern. Der Stadt ist bewusst, dass nachhaltige Entwicklung Freiräume für Kreativität voraussetzt – eben diese Freiräume werden durch den zweiten Bauabschnitt der Universellen Werke geschaffen.
Im Vordergrund Förderung kreativer und innovativer Entfaltung. Die Erweiterung und Modernisierung der Universellen Werke 2 stellt einen entscheidenden Schritt dar, um Unternehmen, Forschenden und kreativen Persönlichkeiten die notwendigen Ressourcen und Möglichkeiten für die Umsetzung ihrer Projekte zu bieten. Dresden setzt auf eine nachhaltige sowie innovative Stadtentwicklung, die sowohl die Wirtschaft als auch die Wissenschaft in der Region nachhaltig stärkt. Das Universelle Werke Areal in der Zwickauers Straße entsteht dabei auf einer Fläche von 28 500 Quadratmetern. Die Universellen Werke wurden Anfang des 19. Jahrhunderts aus einem Zusammenschluss mehrerer Firmen gegründet und haben in die Zigarettenherstellung wesentliche Innovationen eingeführt. Die Firma durchlebte eine wechselvolle Geschichte. Mit den verschiedensten Maschinenerzeugnisse schrieben die Universellen Werke in Dresden Industriegeschichte. Die 1898 von dem Ingenieur Otto Bergsträßer als Compagnie Universelle gegründet bestanden über Jahrzehnte am Standort Zwickauer Straße 48-50 . Im Krieg zerstört, wurde das Unternehmen 1946 als VEB Universelle-Werk Dresden in Volkseigentum überführt und 1948 in VEB TABAKUNI Dresden umbenannt. Anfang der 1960er-Jahre erfolgte die Umstellung der Produktion auf Verpackungsmaschinen und 1972 die Integration ins Kombinat NAGEMA. Ab 1990 wurde das Unternehmen in das operative Geschäft PACTEC und in die immobilienverwaltende IMMOPACT aufgeteilt. „Immo“ steht hierbei für Immobilien und „Pact“ für PACTEC.
Seit 2015 erfolgte durch Immopact die die schrittweise Revitalisierung. Sichtlich stolz sprach Geschäftsführer Andreas Schöberl (62) von gemeisterten Risiken und Erfolgen: “ Durch unser Büro, wurde nach einer Bestandsaufnahme eine Untersuchung zur strukturellen haustechnischen Erschließung erstellt und eine Gesamtkonzeption entworfen. Auf dem geschichtsträchtigen Areal der UNIVERSELLEN WERKE Dresden entsteht damit ein moderner und nachhaltiger Hightech-Standort mit vielfältigen Nutzungsoptionen und Angeboten für das Arbeiten von Morgen. Der zentrale Standort im Herzen der Stadt Dresden stellt dabei einen besonderen Vorteil dar“. So wurden im Rahmen der Entwicklung vor Jahren das architektonisch und historisch bedeutsame Bestandsgebäude (HAUS E) modernisiert und durch Erweiterungen ergänzt. Im ersten fertig sanierten Haus E fand eines der Technologiezentren der Landeshauptstadt Dresden einen neuen Standort, weitere Unternehmen wie die VW Group Software Innovation & Development, die Viessmann Group, die anvajo GmbH und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt siedelten sich bereits an. Die Zukunft des Campus gestaltet sich weiter vielseitig.


Bereits vorab hatte das Projekt von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) das Zertifikat in Gold bekommen. Der geplante Campus erfüllt damit bereits in der Planungsphase die höchsten Standards in den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Technik und Funktionalität. “ Wir planen energieeffiziente Gebäudetechnik, ressourcenschonende Materialien und eine weitreichende Begrünung des Areals, dafür werden wir sorgen, Das DGNB Vorzertifikat ist ein Beleg für unseren Anspruch, hochwertige Gewerbeimmobilien mit echtem Mehrwert für Stadt und Nutzer zu schaffen“, so Geschäftsführer Immopact Andreas Schöberl.
Der neue Campus der Wissenschaft mit Stadtgesellschaft verbindet – zukunftsorientiert, barrierefrei und klimafreundlich. Es entsteht in drei sich überschneidenden Bauphasen in der Zwickauer Straße. als Ziel ist einen leistungsfähigen, modernen Standort mit hoher Aufenthaltsqualität und speziellen Innenräumen zu schaffen. Im Mittelpunkt stehen multifunktionale Räume für neue Lehr- und Lernformate, interdisziplinäre Austauschmöglichkeiten, moderne Labor- und Werkstattflächen. Mit der baulichen Neustrukturierung wird auch die Lage des Campus im Stadtgefüge neu gedacht. Neue Wegeführungen, barrierefreie Zugänge und öffentliche parkähnliche Flächen sorgen für eine stärkere Vernetzung mit den angrenzenden TU-Standorten.
Die Neubauten werden in einer fünfgeschossigen Bauweise errichtet und orientieren sich damit bewusst an den Maßstab des Umfelds. Ziel ist ein offener, einladender Campus – ein Ort der Wissenschaft, Begegnung und städtischer Integration. Für einen „Lacher“ mit Hintergrund, sorgte Andreas Schöberl: “ Wir machen das auf Verdacht wir haben noch keinen Mieter, bekanntlich wird es mit den Banken keinen Kredit geben. Heute so Schöberl:“ Verlangen die Banken ein 70-prozentige Mieterquote von einem Projektentwickler. Wir befinden uns in der vorzüglichen Lage den benötigten Etat von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag (55 Millionen) in die Finanzierung zu bringen. Mit einem Aufkommen von 15 000 Bockwürsten in den nächsten drei Jahren Bauzeit wird exemplarisch dien Größe des 28 500 Quadratmeter umfassenden Areals mit seinen vier fünfgeschossigen stilvollen Baublöcken deutlich. Die Baufelsfreimachung nahm knapp 16 Monate in Anspruch, bevor sich die Bagger drehen können. Der beim Spatenstich vorgeschlagene Campus-bau reagiert in seiner baukörperlichen Gliederung auf die spezifischen räumlichen Bedingungen, sowie die Vorgaben zur schrittweisen Entwicklung des Standortes. Ziel der Konzeption wird es es sein, durch die Verteilung der Baumassen auf dem Baufeld einerseits eine klare Verzahnung zwischen dem bereits sanierten Hauptgebäude(Halle H) und der Wagenhalle zu erzielen und andererseits die städtebaulichen Bezüge aufzunehmen und architektonisch fortzuführen. Die einzelnen vier Gebäudekomplexe der Universellen Werke öffnen sich einladend zu den im Quartier liegenden Erschließungsachsen, sie werden als repräsentative Zugänge gestaltet und über Foyers die begrünten Höfen anschließen. Sie ermöglichen damit eine geschossübergreifende visuelle Wahrnehmung die verschiedenen Nutzer zum Verweilen einladen sollen. Geschätzte 1000 Mitarbeiter von verschiedenen Firmen werden so die Planer voraussichtlich den werdenden Hightech-Campus Ende 2027 bevölkern. In zwei weiteren Bauabschnitten entstehen bis 2031 weitere zwei Neubauten mit Tiefgarage sowie Außenanlagen mit hoher Aufenthaltsqualität. Abgerundet wird der Campus durch eine ehemalige Wagenhalle für Bahnfahrzeuge, welche einer neuen Nutzung zugeführt werde. Politische Prominenz kam auch mit dem Vizepräsident des sächsischen Landtags Albrecht Pallas (SPD). Den weiten geschichtlichen Bogen spannend, sprach er von einem neuen Campus, er ist ein Start in eine nachhaltige Zukunft. Des Weiteren fügte er hinzu.“ Wenn 2028 die Neubauten fertig sein sollten, dann füllt sich wieder eine Jahrzehnte alte Industriebrache mit Leben an einem Ort, der seit 1898 von Industrie geprägt war. Krieg und jahrzehntelang bauliche Vernachlässigungen haben hier ihre Spuren hinterlassen, mit dem neuen Hightech-Campus, schreiten wir nun in eine Zeiten- und Trendwende hoher Akzeptanz bei der Bevölkerung“.
Der neue Campus Universelle Werke der Wissenschaft mit Stadtgesellschaft verbindet – zukunftsorientiert, barrierefrei und klimafreundlich. Ziel ist einen leistungsfähigen, modernen Standort mit hoher Aufenthaltsqualität und speziellen Innenräumen zu schaffen. Im Mittelpunkt stehen multifunktionale Räume für neue Lehr- und Lernformate, interdisziplinäre Austauschmöglichkeiten und moderne Labor- und Werkstattflächen. Bleibt zu hoffen dass die Ansätze auch von den Mietern entsprechend gewürdigt werde, doch Andreas Schöberl gibt sich optimistisch; „ Wir haben schon jetzt, trotz dreijährigen Bauzeit schon Anfragen, das ist für eine Industrieansiedlung dieser Größenordnung von 16 000 Quadratmetern schon ungewöhnlich“. Sagt es, und schreitet mit Sommerhut nach dem geglücktem Spatenstich sichtlich locker zu einem reichlich gedeckten Büfett mit Blick auf seinem Gelände.



