Wiener Platz erhält städtebaulicher Aufwertung im Rahmen der BUGA 2033 und des Fördergebiets „WEP Lebenswertes Stadtzentrum“. ​ Bis 2031 wird mit Kosten über vier Millionen Euro gerechnet
​Von Dr.h.c. Bernhard Heck
Die Ausgangslage ist mit der Annahme des Antrages bei der Stadtratsitzung vom 5. März 2026 klar. Der Wiener Platz wird nicht nur funktional als hoch frequentierter Verkehrsknoten und Ankunftsort zum Hauptbahnhof Dresden aufgewertet, sondern wird auch im Sinne der BUGA zu einem einladenden Eingangstor in die Dresdner Innenstadt weiter entwickelt. Die Maßnahme fügt sich in die Leitziele der Dresdner BUGA 2033 ein, die städtebauliche Entwicklung, Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität und soziale Teilhabe miteinander verknüpfen. Dabei haben die Planer eine bestimme Projektbeschreibung und Zielsetzung von der Stadtverwaltung erhalten. Ziel ist es die kriminalpräventive, barrierefreie und klimaangepasste Neugestaltung des Wiener Platzes nach Vorlage des Stadtratsbeschluss entsprechend umzusetzen, verbunden mit städtebaulicher Aufwertung des Fördergebiets „WEP Lebenswertes Stadtzentrum“. Dabei handelt es ich um ein Förderprogramm vom Land und EU zum​ Wachstum und nachhaltiger Erneuerung – Lebendige Quartiere gestalten (WEP). Die Bewältigung des wirtschaftlichen und demografischen Wandels in Stadtquartieren durch Aufwertung und Rückbau. Geplant sind hochwertige Natursteinflächen, großkörnige Bäume, klimaangepasste Brunnenanlagen und barrierefreie Wege, um Mikroklima, Aufenthaltsqualität und soziale Kontrolle zu fördern. ​
Die Planungs- und Umsetzungsdetails sehen im Detail vor: Die Planung umfasst zwei Teilflächen: Die erste vor dem Bahnhof, die mit Naturstein befestigt wird, inklusive der Herstellung der Fläche und der Pflanzung von sieben Bäumen sowie der Gestaltung der Gastronomieflächen. Die zweite Teilfläche betrifft die Umgestaltung der Brunnenanlagen und Oberlichter der Tiefgarage zu begrünten Flächen mit Sitzmauern und Pflanzflächen. ​Da sich die Eigentums-Flächen zusammen mit der Stadt Dresden auch bei der DB befinden. Werden die Kosten anteilig getragen. ​Für die Teilfläche 1 werden Baukosten von ca. ​1.640 Millionen Euro geschätzt, Fördermittel in Höhe von 1,1 Mio. Euro sind beantragt, die Umsetzung ist durch Fördermittel und städtische Mittel gesichert. ​Die anteiligen Planungskosten, die auf die Landeshauptstadt Dresden entfallen, sind mit 183.684 Euro kalkuliert. Die Planung umfasst auch die Einbindung in das Städtebauförderprogramm, mit Fördermitteln für die Jahre 2026–2028 (Bauabschnitt 1) und ab 2031 (Bauabschnitt 2). ​ Die Bewilligung der Fördermittel erfolgte, so seitens der Stadt festgestellt vor der Abstimmung- Die Vorlage wurde in mehreren Gremien beraten, zuletzt im Stadtrat am 29.01.2026, der die Planung bestätigte. Mit 54 Ja -Stimmen und 4 Enthaltungen wurde dem Antrag der Stadtverwaltung durch den Stadtrat stattgegeben. , die Umsetzung ist damit gesichert. ​
Die Klimatische Bewertung und Klimachecks zeigen, dass die Maßnahmen keine Treibhausgas-Emissionen verursachen, aber durch die Pflanzung von Bäumen und Begrünung das Stadtklima geringfügig Verbessern. Durch die Die Begrünung soll das Mikroklima durch erhöhte Baumflächen und Pflanzflächen verbessert werden und, die Flächenentsiegelung ist aufgrund der Tiefgarage nur geringfügig möglich.
Einen breiten Raum nimmt die Kriminalpräventive und barrierefreie Gestaltung ​des Platzes ein. So soll die Gestaltung gezielt auf die Vermeidung von Angst- und Dunkelräumen durch gute Beleuchtung, übersichtliche Anordnung der Sitz- und Möblierungselemente sowie soziale Kontrolle in die Baukriterien eingehen. Die Barrierefreiheit wird durch großformatige, barrierefreie Oberflächen, taktile Leitsysteme für Blinde und stufenlose Höhenniveausicherung zusätzlich gewährleistet. Diese Präventiven Maßnahmen sollen den Wiener Platz sicherer, einladender und barrierefrei machen, um die Nutzung für alle Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Nach der Fertigstellung der bis Ende 2025 geplanten Dachsanierung des Hauptbahnhofes soll die Platzfläche vor dem Bahnhofsgebäude in einem endgültigen Ausbauzustand hergestellt werden. Die Planung für eine Aufwertung des Bahnhofsumfeldes und zur Verbesserung der Aufenthalts- und Verweilqualitäten wurde auf Wunsch und in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG beauftragt.

Teilfläche 1 (hellgrün)
Gegenstand der Planung ist die Herstellung der Fläche vor dem Bahnhofsgebäude, die derzeit mit einer provisorischen Asphaltdecke befestigt ist. Die ca. 15 Meter tiefe Fläche zwischen dem Bahnhofsgebäude und der mit Granitplatten befestigten Platzfläche, die sich anteilig jeweils im Eigentum der Landeshauptstadt Dresden und der Deutschen Bahn AG befindet, soll mit Natur-Stein Materialien befestigt werden. Der Bereich zwischen den Bahnhofsausgängen 2 und 3 soll weiterhin für die Außenbestuhlung der Gastronomiebetriebe im Bahnhof nutzbar sein und da-mit zur Belebung und sozialen Kontrolle des Wiener Platzes beitragen. Die Gastronomieflächen wurden in Abstimmung mit dem Bahnhofsmanagement festgelegt.
Zwischen dem Bahnhofsausgang drei und dem Königspavillon sollen sieben bodengebundene, größerkronige Bäume gepflanzt werden. Bei der Standort- und Gehölzauswahl wurden der unterirdische Bauraum, denkmalschutzrechtliche Anforderungen sowie die Anforderungen des Werbekonzeptes der Deutschen Bahn AG berücksichtigt. Die Flächen zwischen den Bäumen sollen mit Sitzelementen sowie einem Trinkbrunnen ausgestattet werden.
Teilfläche 2 (hellblau)
Für die Teilfläche 2 wurden Varianten für den Umbau der vier sanierungsbedürftigen Brunnenanlagen sowie der Oberlichter der Tiefgarage auf der Platzfläche untersucht. Der Umbau der Brunnenanlagen ist als Schlüsselmaßnahme des „Konzeptes zur Suchtprävention durch Belebung des Umfeldes und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität“ beschrieben, um die Barrierewirkung auf der Platzfläche (Sicht- und Wegebeziehungen) zu reduzieren und die sanierungs-bedürftigen Brunnenanlagen für die Funktionalität der Platzfläche nutzbar zu machen. Die beabsichtigte Lösung beschreibt zunächst eine Zielkonzeption.
Um eine möglichst positive Wirkung für das Mikroklima auf dem sonnenexponierten, hochversiegelten Wiener Platz zu erzielen und gleichzeitig die Aufenthalts- und Verweilqualität des Wiener Platzes zu verbessern, wird als Planungsziel der Umbau der Brunnen und der vollständigen Verschluss der Oberlichter zugunsten von repräsentativen Grünflächen mit klimaangepassten, artenreichen und pflegeextensiven Gehölz- und Staudenpflanzungen favorisiert. Der durch Verschluss der Oberlichter entfallende Tageslichteinfall in die Tiefgarage soll im Zuge des Umbaus durch zusätzliches Kunstlicht kompensiert werden. Die Grünflächen sollen umlaufend mit Sitzmauern eingefasst werden, um attraktive Aufenthalts- und Verweilangebote zu schaffen.
Die zentral gelegene Brunnenanlage soll niveaugleich geschlossen werden und auf der Fläche ein bedarfsgerechtes Angebot für das Abstellen von Fahrrädern, Leihrädern oder E-Rollern realisiert werden. Insgesamt sind 40 Fahrradbügel geplant.
Die Machbarkeit des Verschlusses der Oberlichter wurde mit einer statischen Untersuchung berechnet und prinzipiell nachgewiesen. Die erforderlichen Eingriffe in das Bestandsbauwerk erfordern die Kooperationsbereitschaft der Tiefgarageneigentümerin. Optimistisch gibt sich die Verwaltung: „Es muss die technische Lösung des Verschlusses der Oberlichter in der Entwurfsplanung weiter vertieft werden. Auf der Grundlage vertiefender statischer Untersuchungen müssen die Abstimmungen mit der Tiefgarageneigentümerin weitergeführt werden und das Ergebnis für die Partner vertraglich gesichert werden“.
Für die Umsetzung der im Lageplan dargestellten Vorzugsvariante ist das Einvernehmen mit der Pächterin der Tiefgarage notwendig. Mit der Gestaltung der heute provisorisch befestigten Vorfläche des Bahnhofsgebäudes mit einer hochwertigen Natursteinoberfläche entsprechend der angrenzenden Bestandsflächen soll der Bedeutung des Wiener Platzes als Ort des Ankommens und als repräsentatives Entrée für Reisende in der Landeshauptstadt Dresden ein Flair von Elbflorenz einher gehen.
Zieht man ein Fazit so hat der Stadtrat zugestimmt, saß dass für den 2. Bauabschnitt zusätzlich für die Jahre ab 2031 Fördermittel in Höhe von 2.400.000 Euro (3/3) beantragt sind. Die Fördermittelbeantragung erfolgte auf Basis der Kostenschätzung nach LPH 2 HOAI. Es bleibt abzuwarten, wie der fast nun Vierjährige Bauablauf sich für die Dresner auswirkt auch für das geplante neue Busterminal in unmittelbarer Nähe. Es müssen sich in der Verwaltung der Stadt die Uhren schneller drehen, sonst droht eine „zehnjährige“ Dauerbaustelle!
