Trotz GEMA-Ärger-Grünes Licht für den 589. Striezelmarkt Der im vergangenen Jahr zum schönsten Weihnachtsmarkt Deutschlands gekürte Markt eröffnet wie geplant am 29. November seine Pforten.

Trotz GEMA-Ă„rger-GrĂĽnes Licht fĂĽr den 589. Striezelmarkt

Der im vergangenen Jahr zum schönsten Weihnachtsmarkt Deutschlands gekürte Markt eröffnet wie geplant am 29. November seine Pforten.

Von Bernhard K. Heck

Mit einem Tradionellen ökumenischen Gottesdienst in der Kreuzkirche am Eröffnungstag werden die letzten Stunden vor der Eröffnung eingeläutet. Dann kommen dann Oberbürgermeister Hilbert, die Kruzianer und die Kapellknaben zur feierlichen Eröffnung, die um 16 Uhr stattfindet. Am 29. November hat der Markt von 16 bis 21 Uhr geöffnet. „Endlich wieder striezeln!“ heißt das Motto in gut einer Woche: Am Mittwoch, 29. November 2023, öffnet um 16 Uhr der 589. Dresdner Striezelmarkt. Der Aufbau läuft seit Monatsbeginn auf Hochtouren. Nach dem prächtigen Weihnachtsbaum – die gut 20 Meter hohe Coloradotanne aus dem Pirnaer Stadtteil Graupa – steht nun auch wieder die Erzgebirgskunst im Großformat. „Pyramide, Schwibbogen und Krippe lösen bei Passanten bereits gehörig Vorfreude aus“, berichtet Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka, „die Arbeiten sind eng getaktet, aber laufen nach Plan“. Auch das nostalgische Etagenkarussell und das historische Riesenrad haben ihre Plätze eingenommen. Dazwischen rund 200 Buden, die wieder mit einem breiten Angebot von Kunsthandwerk bis Kulinarik auffahren werden. Die Pavillons auf den überbauten Brunnen sind errichtet, dazu gehören auch die beliebten Schauwerkstätten des Dresdner Stollenschutzverbandes und der Erzgebirgischen Kunsthandwerker. Sämtliche Sonderbauten wie Märchenwald und Wichtelkino stehen. „Erstmals seit der Pandemie wird es auch wieder eine Kinderbackstube geben, die täglich geöffnet sein wird. Der Striezelmarkt, wie wir ihn kennen, ist wieder zurück!“, so Pratzka erleichtert.


Standen Rede und Antwort: Pressesprecherin Barbara Knifka, Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka, Großgastronom Heiko Meyer und Abteilungsleiter im Amt für Wirtschaftsförderung Stefan Heilig. Freut sich auf die Eröffnung des Striezelmarktes: Nelly Köhler von der Schaubäckerei Ullrich in Dresden-Striesen. © Presse Dresden/Heck

Bis zur Eröffnung werden die Bauten noch geschmückt, bestückt und unterirdisch mit dem neuen Leitungsnetz verbunden. Strom sowie Wasser und Abwasser kommen ab sofort punktgenau an den Hütten an. Stefan Heilig, als Abteilungsleiter im Amt für Wirtschaftsförderung zuständig für die kommunalen Märkte: „Die wohl größte Neuerung des Striezelmarkts liegt unter dem neuen Pflaster – gleichwohl sind die Auswirkungen für alle sichtbar, weil damit die lästigen Kabelbrücken auf dem Boden der Vergangenheit angehören. Ein Gewinn für ältere, behinderte und vielleicht auch glühweinselige Menschen.“ Zu den baulichen Neuerungen gehört auch eine vergrößerte Bühne: „Ab diesem Jahr gibt es endlich mehr Platz für Chöre und Musikgruppen, dazu ist die neue Hauptbühne mit ihrer besonderen Gestaltung ein echter Hingucker“, verspricht Heilig. Kein anderer Weihnachtsmarkt in Deutschland bietet ein derart umfangreiches Kulturbühnenprogramm wie der Striezelmarkt. Kulturmanager Alexander Siebecke: „Rund 1.900 Berufs-, Amateur- und Laienkünstler aus Dresden und ganz Sachsen gestalten die 179 Programmpunkte zum 589. Dresdner Striezelmarkt.

Um den Familienbesuch auf dem Striezelmarkt noch unbeschwerter zu machen, gibt es auch dieses Jahr wieder beschreibbare Armbänder für Kinder, auf denen die Eltern ihre Telefonnummer vermerken können. Diese kostenfreien Bänder werden wie jedes Jahr vom City Management Dresden bereitgestellt. Das allgemeine Sicherheitskonzept wurde mit den Partnern von Polizei, Brand- und Katastrophenschutzamt, Gemeindlichem Vollzugsdienst, Verkehrsüberwachung und Sanitätsdienst und den Dresdner Verkehrsbetrieben weiterentwickelt. Neben der Polizei mit ihrer mobilen Polizeiwache, dem Deutschen Roten Kreuz und einem privaten Sicherheitsdienst wird auch der Gemeindliche Vollzugsdienst (GVD) des Ordnungsamtes wieder auf dem Striezelmarkt, mit eigener warmer Hütte an der Kreuzung Seestraße/Altmarkt im Einsatz sein. Die Wilsdruffer Straße in südliche Richtung zwischen Postplatz und Pirnaischen Platz bleibt ab Donnerstag, 23.November 2023, bis zum Jahreswechsel für Fahrzeuge gesperrt. Dieser Zeitraum ist notwendig, um den Auf-und Abbau des Zufahrtschutzes zu gewährleisten. Wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens und Verkehrseinschränkungen in der Innenstadt wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen.

Ungewissheit herrschte, wie teuer die GEMA-Kosten fĂĽr die festliche Weihnachtsmusik werden? Die Gesellschaft fĂĽr musikalische AuffĂĽhrungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) verlangt GebĂĽhren fĂĽr die „urheberrechtlich geschĂĽtzten Werke“, wenn diese öffentlich abgespielt werden. 2019 sollte dafĂĽr laut Stadt an noch rund 5.000 Euro berappen. „Im vergangenen Jahr wollte die Gema mehr als 50.000 Euro, dagegen sind wir in Widerspruch gegangen – wie viele andere Städte“, so Heilig. Am Ende habe man sich auf rund eine fĂĽnfstellige Summe (man spricht von 11.000 Euro Kosten) geeinigt, womit Dresden laut Heilig „leben“ könne. Auch heuer wird der Geld Satz gelten. „Doch was nächstes Jahr kommt, wissen wir noch nicht.“

Stollenfest am Sonnabend, 9. Dezember 2023

Als Höhepunkt gilt das Stollenfest am Sonnabend, 9. Dezember 2023, das in Sichtweite des Striezelmarkts vor dem Kulturpalast die Gäste begrüßt, und nun auch wieder mit einem Riesenstollen aufwartet. Andreas Wippler, Vorstandsvorsitzender des Schutzverbandes Dresdner Stollen e. V.: „Mit dem großen Festumzug mit rund 500 Akteuren – darunter Hunderte Dresdner Stollenbäcker, Fanfarenzüge, barocke Traditionsvereine, Gaukler und befreundete Handwerkerinnungen – starten wir in einen kulinarischen Festtag, der seines gleichen sucht. Unser Riesenstollen spielt dabei eine besondere Rolle. Er wurde in diesem Jahr von den Dresdner Stollenbäckern gemeinsam gebacken und wird schon bald zu seiner originalen Form zusammengesetzt. Aktuell wird das Stapeln in den Backstuben ausgetüftelt.

Quelle: Stadt Dresden