ESMC feiert Richtfest in Dresden: Europas Chipbranche setzt auf Silicon Saxony (…mehr)

¨

ESMC feiert Richtfest in Dresden: Europas Chipbranche setzt auf Silicon Saxony (…mehr)

ESMC feiert Richtfest in Dresden: Europas Chipbranche setzt auf Silicon Saxony

Von Dr. h.c. Bernhard Heck

(Hamburg): Auf einer der größten Baustellen Europas ist ein zentraler Meilenstein erreicht: 25 Monate nach dem Spatenstich hat die European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) im Dresdner Norden Richtfest gefeiert. Ab dem zweiten Halbjahr 2027 sollen dort die ersten Prozessanlagen installiert werden; der Produktionshochlauf ist anschließend schrittweise geplant. Dresden bekommt keine Fabrik für KI-Spitzenchips, sondern für die unspektakulären, aber unverzichtbaren Halbleiter der Industrie. Genau darin liegt die strategische Bedeutung des Zehn-Milliarden-Projekts von ESMC.

(Foto 1 links): Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte bei seiner engagierten Rede die Besonderheit der größten Baumaßnahme in Europa für die Chip-Industrie in Silicon Saxony dem Halbleiter Cluster in Dresden.
(Foto 2 rechts): Gab sich selbstbewusst: Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert möchte auch die auf die kulturelle Ebene mit den Investoren aus Taiwan für die Bürger der Stadt Dresden intensivieren durch Veranstaltungen wie das Drachenbootrennen unterdiesem Aspekt neu aufzufrischen.

Im Dresdner Norden, unweit des Autobahndreiecks A4/A13, steht der Rohbau der neuen Chipfabrik der European Semiconductor Manufacturing Company. Am 14. September 2026 feierte das Gemeinschaftsunternehmen Richtfest; damit ist die äußere Hülle nach gut zwei Jahren Bauzeit fertig. Nun folgen Innenausbau, Reinraumtechnik und die Installation der Der industrielle Wert der Fabrik bemisst sich nicht daran, ob in Dresden die kleinsten Strukturbreiten der Welt entstehen. ESMC zielt auf etablierte Technologien wie 28/22 Nanometer und 16/12 Nanometer. Das sind keine Prozessoren für die großen KI-Rechenzentren, sondern robuste Chips für Motorsteuerungen, Sensorik, Stromversorgung, Mikrocontroller und industrielle Steuerungen mit hochkomplexen Fertigungsanlagen.

Zeigte sich beim Rückblick auf den Bauverlauf sehr zufrieden: Christian Koitzsch, Präsident und Geschäftsführer ESMC bei der Präsentation der verschiedenen Bauphasen.

Die Top-Akzente

  • Das rund zehn Milliarden Euro teure Werk gilt als Schlüsselprojekt für Europas Mikroelektronik und stärkt den Standort Dresden als Zentrum des „Silicon Saxony“.
  • ESMC ist ein Joint Venture von TSMC, Bosch, Infineon und NXP; TSMC hält 70 Prozent der Anteile.
  • Rund 2000 Beschäftigte aus mehr als 100 Nationen arbeiten derzeit rund um die Uhr auf der Baustelle.
  • Die Fabrik soll vor allem robuste Halbleiter für Automobilindustrie, Industrieanwendungen und das Internet der Dinge fertigen.
  • Neben dem Werk selbst wachsen die Anforderungen an Strom, Wasser, Wohnraum, Schulen, Kitas und Gewerbeflächen in der gesamten Region.

Ein Werk mit europäischer Signalwirkung

Bei seiner Rede und dem positiven Rückblick auf den Fertigungsprozess zum Schluss seiner Rede präsentierte Christian Koitzsch den Endzustand der Halbleiterfabrik 2027 auf der großen Leinwand.
Bei seiner Rede und dem positiven Rückblick auf den Fertigungsprozess zum Schluss seiner Rede präsentierte Christian Koitzsch den Endzustand der Halbleiterfabrik 2027 auf der großen Leinwand.

 Der Neubau der ESMC-Fabrik neben dem Autobahndreieck A4/A13 ist mehr als ein weiteres Industrieprojekt. Mit dem Richtfest rückt Dresden seiner Rolle als wichtigster Mikroelektronikstandort Europas ein Stück näher. Das Werk soll künftig sogenannte reife Halbleiter produzieren: bewährte, langlebige Chips, die etwa in Fahrzeugsteuerungen, Maschinen und vernetzten Industrieanwendungen gebraucht werden.

ESMC-Präsident Christian Koitzsch betonte beim Richtfest, das Projekt liege im Zeit- und Kostenplan. Der nächste große Schritt ist der Ausbau der Reinräume, danach folgt die Installation des Transportsystems und der ersten Prozessanlagen. Der Hochlauf einer Chipfabrik gilt als komplexer, mehrstufiger Prozess.

Internationale Partnerschaft auf sächsischem Boden

Hinter ESMC steht ein Joint Venture aus dem taiwanesischen Branchenriesen TSMC sowie Bosch, Infineon und NXP. TSMC hält 70 Prozent, die drei europäischen Partner teilen sich die übrigen 30 Prozent. Zum Richtfest unterzeichneten unter anderem Vertreter von ESMC, TSMC, Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert einen Stahlträger auf der Baustelle.

Die Anlage in Dresden wird innerhalb des TSMC-Konsortium vergleichsweise klein sein, ist für Europa aber strategisch bedeutend. Im Fokus stehen Halbleitertechnologien um 40 Nanometer, die für Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer ausgelegt sind.

Baustelle im Dauerbetrieb

Auf der rund 60.000 Quadratmeter großen Baustelle arbeiten aktuell etwa 2000 Menschen aus 106 Nationen. Gebaut wird sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Trotz schwieriger Witterung in den vergangenen Wintern sei der Zeitplan gehalten worden, hieß es beim Richtfest.

Der feierliche Charakter blieb dennoch spürbar: Für die Beschäftigten gab es Essen und Getränke kostenlos. Traditionelle Rituale spielten ebenfalls eine Rolle – vom Zimmermannsspruch bis zu taiwanesischen Glückszeichen, an die Koitzsch beim Blick zurück auf den Spatenstich erinnerte.

Infrastruktur wird zur Bewährungsprobe

Mit der Ansiedlung wachsen die Anforderungen an die Region. Die Chipindustrie benötigt verlässliche Energieversorgung und große Mengen Wasser. Geplant ist deshalb unter anderem ein Flusskraftwerk an der Elbe, das bis 2030 entstehen soll. Die Kosten werden mit rund 300 Millionen Euro beziffert; Sachsenenergie, Freistaat und Stadt sollen sich an der Finanzierung beteiligen.

Auch bei Wohnraum, Kindertagesstätten, Schulen und Gewerbeflächen steigt der Druck. Dresden sucht deshalb verstärkt die Zusammenarbeit mit Umlandgemeinden wie Radeburg, Moritzburg und Weinböhla. Oberbürgermeister Dirk Hilbert rechnet bis spätestens 2030 mit einem deutlichen Zuzug zusätzlicher Arbeitskräfte in die Region. Für Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) ist der Bau des Chipwerks aber kein rein wirtschaftliches Investment. Mit dem Chiphersteller komme auch die taiwanesische Kultur in die Stadt. In diesem Zusammenhang möchte er das traditionelle Drachenbootrennen wieder mit dem Elbhangfest zusammenwachsen zu lassen und somit auch im privaten Bereich Synergien für die zugezogenen Familien schaffen. Sie werden zu einer Bereicherung führen, ist sich der Oberbürgermeister sicher. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert geht davon aus, dass bis spätestens 2030 zwischen 15.000 und 20.000 zusätzliche Arbeitskräfte im ersten Schub in die Region Dresden ziehen“, antwortete er in seiner lockeren Art. Man sei dabei, die Zusammenarbeit in der Region zu institutionalisieren und gemeinsam eine Wirtschaftsregion Dresden zu gründen, um sich beim Thema Wohnungsbau, Gewerbeflächenentwicklung und der Wirtschaftsförderung noch stärker abzustimmen.

Fachkräfte und Bildung im Fokus

Damit die Halbleiterindustrie langfristig genügend qualifizierte Fachkräfte findet, soll in Dresden eine neue Berufsschule für Elektronikberufe entstehen. Rund 140 Millionen Euro sind für den Neubau vorgesehen; später sollen dort etwa 2250 Schülerinnen und Schüler lernen. Nach Schätzungen des Branchenclusters Silicon Saxony könnten im Umfeld von ESMC zusätzlich bis zu 11.000 Jobs bei Zulieferern und Dienstleistern entstehen. Damit wird das Werk nicht nur zum industriellen Großprojekt, sondern auch zum regionalpolitischen Prüfstein: Die Chancen für Wertschöpfung und sichere Lieferketten sind groß, die Anforderungen an Planung, Infrastruktur und Fachkräfte ebenso.

Foto Titelbild: Signierten einen schneeweißen Dachträger der ESMC Fabrik in freudiger Erwartung auf den Richtfest-Akt: Ching-Kun Huang, Geschäftsführer (Fab Director) ESMC, Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, Christian Koitzsch, Präsident ESMC, Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP)und Y.L. Wang, Senior Vice President, Operations von TSMC, Taiwan (v.l.n.r.). © Presse Hamburg/Dresden, B.Heck (6)

Stadtrat entscheidet sich für Fhecor/TSSB: So wird der spanische Entwurf Fhecor/TSSB für die neue Carolabrücke mit acht Stimmen mehr zum Zankapfel (…mehr)

Stadtrat entscheidet sich für Fhecor/TSSB: So wird der spanische Entwurf Fhecor/TSSB für die neue Carolabrücke mit acht Stimmen mehr zum Zankapfel

Von Dr. h.c. Bernhard Heck

Der Dresdner Stadtrat folgte beim Ersatzneubau der Carolabrücke dem Bürgervotum und beauftragt das Planungsteam Fhecor/TSSB mit knapper Mehrheit von acht Stimmen. Die Entscheidung fällte der Dresdner Stadtrat GEGEN die Empfehlung von Fachleuten, Begleitgremium und Stadtverwaltung – und trotz offener, bekannter Genehmigungsrisiken.

(Dresden): Die Entscheidung über den Ersatzneubau der Carolabrücke ist gefallen: Der Dresdner Stadtrat hat sich mit 39 zu 31 Stimmen für den Entwurf des Planungsteams Fhecor/TSSB nach fast zweieinhalbstündiger engagierter Debatte durch alle Stadtratsabgeordnete und Parteien ausgesprochen. Damit setzte sich der Favorit der Bürgerbeteiligung gegen den von Fachgremien und Stadtverwaltung empfohlenen Entwurf von Leonhardt, Andrä und Partner (LAP) mit Knight Architects durch. Der nun ausgewählte Fhecor/TSSB-Entwurf gilt zugleich als genehmigungsrechtlich anspruchsvoller. Fachleute halten es für möglich, dass ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren erforderlich werden könnte. Das könnte Zeitplan und Kosten belasten. Nach bisheriger Planung sollte der Neubau im Mai 2028 beginnen.

Für Fhecor/TSSB stimmten das infrastrastrukturelle Bündnis der Stadträte aus AfD/CDU, Team Zastrow(TZ) FDP/Freie Bürger sowie ein fraktionsloses Ratsmitglied. SPD, Grüne, Linke, BSW und die PVP-Fraktion votierten dagegen. Auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sprach sich für den LAP-Entwurf aus.

 

BU: Nach hitziger Debatte über mehrere Stunden entschied der Stadtrat Dresdens für die neue Carolabrücke den Entwurf von Fhecor/TSSB.

Zwei-Spuren-Variante findet keine Mehrheit im Stadtrat Dresden

Ein gemeinsamer Ersetzungsantrag von SPD, Grünen und Linken, den LAP-Entwurf auf zwei Autospuren zu begrenzen, fand keine Mehrheit. Nach Berechnungen der Antragsteller hätte diese Variante die Baukosten um rund 30 Millionen Euro senken können.

Mit der Entscheidung folgt der Stadtrat dem Ergebnis der repräsentativen Bürgerbeteiligung „carolaVOTE“, also optisch und nicht wirklich nach fachlicher Kenntnis. Hier hatte der Entwurf von Fhecor/TSSB unter vier Varianten den ersten Platz belegt. Fachlich war dagegen LAP vorn: Sowohl das Expertengremium als auch das Begleitgremium und die Verwaltung sowie auch Univ.-Prof. Dr.-Ing. Steffen Marx als der Experte für Brücken an der TU Dresden hatten diesen Entwurf empfohlen.

Entscheidung in angespannter Haushaltslage der Stadt Dresden

Die Brückenentscheidung fiel an dem Sitzungstag, an dem Oberbürgermeister Dirk Hilbert zuvor den Entwurf des städtischen Doppelhaushalts eingebracht und vor der äußerst schwierigen Finanzlage Dresdens gewarnt hatte. Damit rückt neben der Gestaltung und dem Genehmigungsweg auch die Kostenentwicklung des Großprojekts in den Mittelpunkt.

Entwurf Fhecor/TSSB: So wird Dresdens neue Carolabrücke aussehen. © Fhecor/TSSB
Entwurf LAP: Dresdens Stadtrad entscheidet sich gegen die Empfehlung der Fachgremiums. © lap-consult.com

Weiter unterlegene Planungsbüros verweisen auf dokumentierte Genehmigungsrisiken

Beim unterlegenen Planungsteam LAP fiel die Reaktion zurückhaltend aus. „Diese Entscheidung ist nicht die, die wir uns erhofft hatten“, sagte Tobias Mansperger, Brückenexperte und Prokurist bei LAP: „Wir respektieren die Entscheidung. Die angesprochenen Risiken beim Siegentwurf sollten jedoch sorgfältig geprüft werden.“

Mit Blick auf die offenen Fragen wurde am Rande der Stadtratssitzung bekannt, dass das drittplatzierte Münchner Planungsbüro Grassl eine fehlerhafte Umsetzung der Ausschreibungsvorgaben prüfen lässt und rechtliche Schritte erwägt. Grundlage ist offenbar ein von der Stadt beauftragtes Rechtsgutachten, in dem Mängel analysiert werden. Der Leiter des Planungsbüros Grassl, Dr. sc. Hans Grassl, behält sich vor, nach der Entscheidung einen Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer zu stellen. Ein solches Verfahren könnte den von der Stadt vorgesehenen Zeitplan nach der Vergabe an Fhecor/TSSB beeinflussen.

Die Genehmigungsrisiken des Entwurfs von Fhecor/TSSB sind damit nicht neu; sie wurden von der Stadt selbst dokumentiert. Klar ist: Mit der heutigen Entscheidung verschwinden diese Risiken nicht, sondern gehen in die weitere Planung über. Dies könnte den Baustart des Ersatzneubaus verzögern.

Es bleibt abzuwarten, wie der neu geplante Strompfeiler der Siegerbrücke in der Elbe von den Behörden aufgenommen wird. Hier könnet auf Grund der neuen Vorgaben des Bundesfernstraßen-Gesetz Paragraph 17 Artikel 2, Nr. 2 vom 27. August 2026 auf das Planungsteam Fhecor/TSSB ein zuvor zu vermeidendes Planfestellungsverfahren in Betracht kommen, auf Grund dessen, dass die Bundestraße 170 über die neue Carolabrücke 3.0 führen wird!

Deshalb birgt der beschlossene Siegerentwurf ein hohes Konfliktpotenzial für die neue Brücke. Wie bekannt, hatte sich Dresdens Stadtrat als interfraktionelles Bündnis aus AfD/CDU/TZ/FDP-FP mehrheitlich für den Entwurf Fhecor/TSSB entschieden. Genau dieser Entwurf (von der Bevölkerung favorisiert, von Experten kritischer gesehen) birgt rechtliche Grauzonen bezüglich der Genehmigungspflicht.

So müssen die gesetzlich geforderten UVP-Maßnahmen (Umweltverträglichkeitsprüfung für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und Sicherheit oder auch Ausgleichs- und Artenschutzmaßnahmen) gerade in Bezug auf ein erneutes mögliches Hochwasser zwingend vor dem offiziellen Baustart (bis Mai 2028) rechtskräftig festgelegt und genehmigt sein. Da der Dresdner Stadtrat das Planungsbüro fHECOR/TSSB mit der Ausarbeitung beauftragt hat, läuft dieses Verfahren parallel zur technischen Ausarbeitung der Brücke in fest definierten Phasen ab.
Phase 1: Konkretisierung im Rahmen der Entwurfsplanung (Bis Anfang 2027)
Phase 2: Das Genehmigungsverfahren (Frühjahr bis Herbst 2027)
Phase 3: Umsetzung und Monitoring (Ab Mai 2028)

So soll es mit der Planung nach dem Brückenvotum vom 3. September 2026 weiter gehen

Noch im September 2026 soll das ausgewählte Team mit der nächsten Planungsstufe beauftragt werden. Bis zum Baustart der Brücke ein umfangreiches Verfahren (wie beispielsweise die UVP oder Naturschutz) durchlaufen, ohne dass diese Behörden die Planfeststellungsbefreiung anzweifeln (!): Der Entwurf muss zusätzlich technisch vertieft, mit Behörden und Versorgungsträgern abgestimmt und schließlich bis zur Ausschreibungsreife ausgearbeitet werden.

Zunächst wird die Vorplanung abgeschlossen. Bei Ingenieurbauwerken umfasst diese Leistungsphase nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) einen erheblichen Anteil der Gesamtplanung. Anschließend wird der ausgewählte Entwurf in der Entwurfsplanung konkretisiert.

Im Mittelpunkt stehen dann unter anderem Tragwerk und Statik, Straßenaufbau, Entwässerung sowie die fortgeschriebene Kostenberechnung. Parallel müssen die Fachplanungen für Fernwärme, Beleuchtung und die Fahrleitungsanlage der Straßenbahn aufeinander abgestimmt werden.

Liegt der genehmigungsreife Entwurf vor, folgen weitere Abstimmungen mit Behörden, Versorgungsträgern und Verbänden. Danach werden die Ausschreibungsunterlagen erstellt. Sie definieren die auszuführenden Bauleistungen, die technischen Anforderungen und die benötigten Mengen. Nach dem derzeitigen Zeitplan soll die Ausschreibung der Bauleistungen im Oktober 2027 starten; der Baubeginn könnte für Mai 2028 vorgesehen werden.

Das neue Bundesfernstraßengesetz (FStrG) vom 27. August 2026 unter § 17 Absatz 1 Satz 2 Nr. 2 regelt, wann eine bauliche Maßnahme an einer bestehenden Autobahn oder Bundesstraße als rechtliche Änderung gilt, die grundsätzlich ein Planfeststellungsverfahren erfordert. Es bleibt also in Sachen Carolabrücke 3.0 spannend, denn die Bundestraße 170 führt momentan von Hellerau bis zum Carolaplatz, also könnte es länger dauern mit der Flußquerung über die Elbe. Wir sind gespannt.

Titelbild: Voll besetzte entscheidende Stadtratssitzung am 3. September 2026. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD sowie Sprecher für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und allgemeine Verwaltung, Stefan Engel, am Rednerpult , dass seine Fraktion die Brückenvariante von LAP favorisiert. © https://www.dresden.de/de/rathaus/politik/stadtrat/stadtratssitzung-live3.php

Fotos Abstimmung: www.dresden.de (2), Fotos Brücken: Fhecor/TSSB (1), LAP (1)

Geheimtipp Weltemühle Dresden: Historischer Charme, neu belebt – ‚Sinfonie der Sinne‘ verzaubert. (…mehr)

Weltemühle Dresden: Historischer Charme, neu belebt – ‚Sinfonie der Sinne‘ verzaubert. Ein traditionsreicher Ort für Gastlichkeit, Genuss und Begegnung

Von Dr.h.c. Bernhard Heck

(Dresden): Stippvisite im Hotel Weltemühle. Sie steht heute für gelebte Gastfreundschaft, historische Identität und neue Impulse. Seit rund zwei Jahren ist die historische Weltemühle wieder ein lebendiger Ort der Gastlichkeit. Als familiengeführtes Hotel Weltemühle by Miri’s Dresden verbindet das Haus stilvolles Übernachten, italienische Küche, Wellness und Veranstaltungen mit der besonderen Atmosphäre eines weitläufigen Gartens samt Teich. Gastgeber und Ideengeber Miri Myslimaj ließ den traditionsreichen Komplex innerhalb eines Jahres umfassend renovieren – mit Respekt vor der Geschichte des Ensembles und einem klaren Blick in die Zukunft.

Impressionen zum Hotel-Event: Foto 1 (von links) Restaurantleiterin Katalina Noracel, Ehefrau Ioana und Tochter Lusiana Myslimaj. Foto 2 Die Marketingleiterin des Hotels Weltemühle Angelika Knauth mit Sommelier Salvatore Sperti. Foto 3 Leiterin Antje Westenberger von »Lindt Boutique Dresden« am Dresdner Neumarkt, Schlosstraße. Foto 4 „Schokoladen-Maler“ und Schmuck-Künstler Sandro Fiedler. Foto 5 Sommelier Salvatore Sperti präsentierte die faszinierende Weinvielfalt des Weingutes Tagaro, Brindisi in Apulien (Italien). Foto 6 (von links): Maître Chocolatiers von Lindt Christina Damm, der „Schokoladen-Maler“ und Schmuck-Künstler Sandro Fiedler mit seiner Präsentation sowie die Leiterin Antje Westenberger von »Lindt Boutique Dresden«.

Ein Haus mit Geschichte

Das First-Class-Hotel Weltemühle by Miri‘s Dresden besticht nach seiner umfangreichen Renovierung aus einer Synthese aus Eleganz und Esprit. Mit dem ersten Schritt über die Türschwelle des Hotels will der Name Zauber wirken, der Alltag wird abgeschüttelt und der Genuss kann beginnen. Für „Miri“ ein Marathon auf den Spuren von Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August der Starke) landschaftlich idyllisch im westlich gelegenen Dresden-Merbitz und eng verbunden mit der Bauernfamilie Welte, dem ersten Mühlenbesitzer mit herzlicher gelebter Gastfreundschaft, einem perfekten Service und dem besonderen Ambiente zum Wohlfühlen und Naturerlebnis im Zschonergrund. Das prachtvolle Ensemble wurde von Miri‘s Dresdner Vision, aus dem „Dornröschenschlaf“ erweckt.

Vielseitig für Gäste aus Dresden und darüber hinaus. Die Weltemühle richtet sich an Reisende ebenso wie an Menschen aus der Region. Familienfeiern, Hochzeiten und Tagungen finden hier einen ebenso passenden Rahmen wie ein Restaurantbesuch oder eine Auszeit im Wellnessbereich. Für das Marketing des Hauses zeichnet sich Angelika Knauth verantwortlich. Ihr Ziel: die Weltemühle wieder stärker in das Bewusstsein der Dresdnerinnen und Dresdner zu verankern und das Haus an allen Wochentagen mit Leben zu füllen. Mit einer „Sinfonie der Sinne“ zum Tag der offenen Türe am 25. August war ihr das gut gelungen – das konnte man sehen, schmecken und erleben.

Kulinarik trifft Kunst: Wie klingt ein perfekter Spätsommerabend? Wenn es nach dem Hotel Weltemühle geht, nach sanften Klirren von Gläsern, der Freude über den Wohlgeschmack der dargebotenen Speisen, Weinen vom Weingut Tagaro und süßen Lindt-Verführungen, dem Lachen inspirierender Menschen, musikalischen Live-Klängen und dem Duft von Grill und Natur. Mit der „Sinfonie der Sinne“ zelebriert das Haus ein Event-Konzept, welches Genuss neu definiert mit Kunst, Kultur und Kulinarik – miteinander verwebt auf edle Weise. Der Auftakt: Wo Kunst auf Atmosphäre trifft! Die Reise beginnt in der Lobby und hauseigenen kleinen Galerie, ein multisinorischer Effekt – Gag die elektronische Begrüßungswand mit den Anmerkungen der Gäste am Empfang! Umgeben von ausdrucksstarken Exponaten tauchten die Gäste bei einem prickelnden Aperitif in das Event ein, bei dem die visuellen Reize der Kunstwerke auf die Vorfreude des Gaumens treffen. Sobald sich die Gespräche vertieften und die Sonne tiefer sank, öffneten sich die Wege nach draußen auf die große, stilvoll illuminierte Terrasse oder den schönen Wiesenpark, dort entfaltete die „Sinfonie“ ihre volle Pracht. Unter freiem Himmel verschmolzen die visuelle Ästhetik der Natur und die Eleganz des Hotels zu einer perfekten Kulisse. Ein Live-Interpret begleitet das Event mit italienschen Klängen. Keine laute Show, sondern eine musikalische Untermalung, die berührt, den Raum zum Atmen lässt und die exklusive Stimmung perfekt trugt. Die kulinarische Reise begab sich gegen Abend weiter in das stilvolle Restaurant des Hauses bis auf die bis zum letzten Platz gefüllte großflächige Terrasse. Hier wurde das Versprechen der Sinne vollendet: Ein meisterhaft kreiertes Mehr-Gänge-Menü bildete den geschmacklichen Höhepunkt. Jeder Gang ein visuelles und geschmackliches Kunstwerk, das von einer korrespondierenden, edlen Weinbegleitung aus Italien harmonisch untermalt wurde. Die Aromen der Region und internationale Finesse tanzen im Gleichklang mit der Musik des Abends. Die „Sinfonie der Sinne“ war mehr als ein Dinner-zum – Abend for-One. Es war eine moderne Hommage an das Leben, das Genießen mit pikanten Schokoladenkreationen, Essen vom Grill, gekonnt zelebriert vom Maître „Miri“, und das bewusste Erleben mit Austausch im Effekt der „Melange Laune“. Ein exklusives Gesamtkunstwerk, das als Top-Event bei den Gästen noch bis Mitternacht auf dem Heimweg lange nachklang.

Gemeinsam für den Veranstaltungsstandort Dresden

Wie wichtig Austausch und Zusammenarbeit sind, zeigte das Netzwerktreffen mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Dresdner Unternehmen und Branchen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Veranstaltungsorte voneinander profitieren können. Denn nicht jeder Termin und nicht jedes Format passt zu jeder Location. Wer Anfragen partnerschaftlich weiterempfiehlt, hält Kundinnen und Kunden in Dresden und stärkt zugleich die Vielfalt des Angebots für Elbflorenz.

Simone Wendt aus dem Eventmanagement des Rudolf-Harbig-Stadions kennt diese Herausforderung aus der Praxis: Freie Termine orientieren sich dort am Fußballkalender. Umso wertvoller ist es, Gästen verlässliche Alternativen zu empfehlen – etwa für die Kombination aus Tagung, Abendveranstaltung, Gartenambiente und Gastronomie. Kooperation wird so zum Standortvorteil für alle Interessenten.

Mit seiner naturnahen Lage, der guten Erreichbarkeit durch den Nahverkehr, kurzer Abfahrt von der Autobahn und dem vielseitigen Angebot, bereichert das Hotel Weltemühle den Veranstaltungsstandort Dresden – als Hotel, Restaurant und Ort für besondere Begegnungen. Getreu dem Hotel-Slogan: „Wir sind das familiengeführtes Hotel, in dem man als Gast kommt und als Freund geht“. Testen Sie es. Das Team im Hotel würde sich freuen.

Titelbild: Geheimtipp Hotel Weltemühle by Miri’s Dresden (Montage: R. Alpen)

Info: FB Hotel Weltemühle
https://hotelweltemuehle.de

© Fotos: Heck/Presse DDN/Hamburg/Dresden, Weltemühle Dresden

Infrastruktur als Motor: Campus Universelle Werke 2 – Innovationsquartier fit für die Zukunft. Dresdens (…mehr)

Infrastruktur als Motor: Campus Universelle Werke 2 – Innovationsquartier fit für die Zukunft. Dresdens Westen perfekt vernetzt wird zum Hotspot

Von Dr.h.c. Bernhard Heck

Campuslinie, Nossener Brücke, Schienenausbau und die UNIVERSELLEN WERKE 2 wachsen zu einem urbanen Zukunftsstandort für Forschung, Technologie und klimafreundliche Mobilität im Dresner Westen zusammen. Im Dresdner Westen entsteht in den kommenden Jahren weit mehr als eine neue Verkehrsanlage oder ein moderner Gewerbecampus. Rund um die Nossener Brücke greifen Stadt-, Verkehrs- und Standortentwicklung ineinander: Die Brücke und die Nürnberger Straße werden grundlegend erneuert, die Campuslinie schafft eine leistungsfähige Straßenbahnverbindung zur Technischen Universität Dresden, und auf dem Areal der früheren Maschinenfabrik entwickelt sich mit den UNIVERSELLEN WERKEN 2 ein neuer Hightech-Standort. Gemeinsam formen diese Vorhaben ein Quartier, das kurze Wege, gute Erreichbarkeit und den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft verbindet.

BU: Die Fotos zeigen den Campusbau Universelle Werke 2, er verkörpert mit seiner baulichen Gliederung auf die spezifischen räumlichen Gegebenheiten sowie die Vorgaben für die schrittweise Entwicklung des Standorts. Die Grundkonzeption verfolgt das Ziel, durch die Verteilung der Baumassen auf dem Baufeld einerseits eine klare Verbindung zwischen dem bereits sanierten Hauptgebäude (Halle H) und der gegenüberliegenden Wagenhalle zu schaffen und andererseits die städtebaulichen Bezüge aufzunehmen und architektonisch fortzuführen mit der Tiefgarageneinfahrt zwischen den Baukomplexen.

Ein neuer Verkehrsknoten für Löbtau und die Südvorstadt

Herzstück der Neuordnung ist der zweite Abschnitt (1.2) der Campuslinie. Auf rund 1,7 Kilometern entsteht zwischen Ebertplatz, Nossener Brücke und Nürnberger Platz eine neue Straßenbahnstrecke. Sie soll die stark nachgefragte Buslinie 61 entlasten, neue Direktverbindungen zur TU Dresden ermöglichen und den öffentlichen Verkehr schneller und leistungsfähiger machen. Ergänzt wird die Trasse durch barrierefreie Haltestellen, sichere Querungen sowie zeitgemäße Anlagen für den Fuß- und Radverkehr.

BU: Der Ersatzbau der Nossener Brücke und die Revitalisierung der historischen Universellen Werke an der Zwickauer Straße 58-62 sind städtebauliche Großprojekte, die eng miteinander verknüpft sind, während gleichzeitig die Verkehrsanbindung durch die neue Campuslinie grundlegend verbessert wird. Im Bild die ehemalige Richtungsfahrbahn Nürnberger Ei zum Haltepunkt Kesselsdorfer Straße von der Budapester komplett entfernt und wird für den Abriss der Fahrbahnseite aufbereitet.

Parallel dazu wird die marode Nossener Brücke abschnittsweise ersetzt. Seit Juni 2026 laufen die Arbeiten am nördlichen Brückenzug und an der nördlichen Hälfte der Nürnberger Straße. Fahrbahn, Geh- und Radweg sind dort zurückgebaut; nach Kampfmittelsondierungen werden Baugrubenverbau und Gründung vorbereitet. Granitsteine aus dem historischen Verblendmauerwerk werden gekennzeichnet, gereinigt und für eine Wiederverwendung eingelagert. Während der Bauzeit bleibt die Verbindung über den jeweils anderen Brückenzug erhalten. Der nördliche Abschnitt soll bis Mai 2028 fertiggestellt sein, die Gesamtmaßnahme bis Mitte 2031.

Auch die Deutsche Bahn plant den Standort als künftigen Umsteigepunkt: Unter der Nossener Brücke soll ein großzügiger neuer S-Bahn-Haltepunkt entstehen. Zusammen mit der straßenseitigen Haltestelle der Campuslinie würde er den Wechsel zwischen S-Bahn und Straßenbahn deutlich vereinfachen und Löbtau, Südvorstadt sowie den neuen Campus an der Zwickauer Straße enger mit dem Hauptbahnhof und dem Umland verknüpfen. Die Straßen- und Bahnprojekte sind zeitlich aufeinander abgestimmt; der Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale im Bereich Dresden-Altstadt ist ab 2029 vorgesehen.

Hightech-Campus auf historischem Industrieareal

Nur wenige Schritte entfernt wächst auf dem traditionsreichen Gelände an der Zwickauer Straße ein moderner Campus für Büro, Forschung, Entwicklung und Kleinproduktion. Die UNIVERSELLEN WERKE verbinden sanierte Industriebauten mit neuen Gebäuden, flexiblen Arbeitswelten, Laborflächen und öffentlich zugänglichen Freiräumen. Begrünte Höfe, einladende Foyers und barrierefreie Wege sollen Begegnung ermöglichen und die Grenzen zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Stadtgesellschaft bewusst öffnen.

Der neue Bauabschnitt umfasst vier Gebäudekomplexe, die sich an den Erschließungsachsen des Quartiers orientieren. In Haus D sind Tiefgarage und Kellergeschosse abgeschlossen, während die oberirdischen Geschosse wachsen; in Haus C befinden sich Tiefgarage und Untergeschosse im Bau. Der Campus soll bis 2028 weiterentwickelt werden und insgesamt rund 28.500 Quadratmeter flexibel nutzbare Mietfläche bieten. Vorgesehen sind außerdem Gastronomieangebote und zahlreiche Grünflächen. Perspektivisch können dort bis zu 1.000 Menschen arbeiten.

Die Nähe zur Technischen Universität Dresden und zu außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist ein entscheidender Standortvorteil. Unternehmen erhalten Zugang zu Fachkräften, wissenschaftlicher Expertise und Kooperationspartnern; Forschungsteams profitieren von kurzen Wegen zu industriellen Anwendungen. Eine gute Anbindung an Straßenbahn, S-Bahn, Rad- und Fußverkehr stärkt diesen Austausch und kann zugleich den motorisierten Individualverkehr reduzieren.

Industriekultur wird zur Zukunftsadresse

Der Standort blickt auf mehr als ein Jahrhundert Industriegeschichte zurück. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden hier Maschinen für die Tabak- und Verpackungsindustrie gefertigt. Namen wie Compagnie Universelle, TABAKUNI und NAGEMA stehen für unterschiedliche Epochen des Areals. Die erhaltene Industriearchitektur macht diese Geschichte weiterhin sichtbar – nicht als Kulisse, sondern als prägendes Element eines neuen, technologieorientierten Quartiers.

Damit werden Nossener Brücke, Campuslinie und UNIVERSELLE WERKE zu Bausteinen eines gemeinsamen Strukturwandels. Entscheidend ist nicht allein die Größe der einzelnen Projekte, sondern ihr Zusammenspiel: Mobilität schafft Erreichbarkeit, Wissenschaft sorgt für Wissenstransfer, Unternehmen bringen Anwendungen und Arbeitsplätze ein, und hochwertige öffentliche Räume verbinden den Standort mit der Stadt. So kann im Dresdner Westen ein Innovationsquartier entstehen, das industrielle Identität bewahrt und zugleich die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum schafft.

BU Titelbild: Die Gebäudekomplexe der UNIVERSELLE WERKE 2 öffnen sich einladend zu den Erschließungsachsen im Quartier, erhalten repräsentative Zugänge und schließen über Foyers an die begrünten Campus-Höfe an. Das Foto zeigt den Baufortschritt an der Zwickauer Straße 58-62 im Focus der Blick von der Nossener Brücke.

© www.lap-consult.com

© Fotos: Heck/Presse DDN/Hamburg/Dresden

Anmerkungen/Experteninterpretationen Carolabrücke 3.0 – Welche Bedürfnisse soll die neue Carolabrücke (…mehr)

Anmerkungen zu den Experteninterpretationen Carolabrücke 3.0 – Welche Verkehrsbedürfnisse soll die neue Carolabrücke langfristig priorisieren.

Von Dr.h.c. Bernhard Heck

Die Platzierung des Entwurfs von Leonhardt, Andrä und Partner (LAP) und Knight Architects auf Rang eins ist als fachlich begründete Gesamtempfehlung zu verstehen – nicht als bloße Geschmacksentscheidung. Das Expertengremium* bewertete die eingereichten Lösungen nach einem Bündel von Kriterien, darunter Städtebau, Architektur und Denkmalschutz, Verkehrsführung, Tragwerksplanung, Bauzeit, Kosten, Wirtschaftlichkeit und Genehmigungsfähigkeit. Dass der LAP-Entwurf in dieser Gesamtbetrachtung vorn liegt, bedeutet daher, dass er aus Sicht der Fachleute die unterschiedlichen Anforderungen am überzeugendsten miteinander verbindet.

Voller Saal im ZFBK Zentrum für Baukultur Sachsen im Kulturpalast Dresden. Im Gespräch von links: Moderation: Juliane Naumann, Geschäftsführerin ZfBK, Stephan Kühn, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften bei der Stadtverwaltung Dresden, Prof. Dr.-Ing. Steffen Marx, Professur für Massivbau, Fakultät Bauingenieurwesen, TU Dresden und Vorsitzender des Experten-Gremiums und Prof. Dipl.-Ing. Thomas Will, Architekt und Denkmalpfleger, Professur em. für Denkmalpflege und Entwurf, Fakultät Architektur und Landschaft, TU Dresden, Mitglied des Expertengremiums. Foto: Heck/Presse DDN/Hamburg/Dresden

Besonders positiv wird die schlanke und transparente Konstruktion beurteilt. Sie soll sich zurückhaltend in das historische Dresdner Stadtbild einfügen, ohne gestalterisch beliebig zu wirken. Die gitterförmig ausgebildeten Bereiche der angedeuteten Brückenbögen verleihen dem Bauwerk nach Einschätzung der Experten eine eigene Identität und stellen zugleich einen konkreten Bezug zu den früheren Bauwerken her:

Zum ersten Brückenbauwerk, errichtetet von 1892 bis 1895 (!), am 6. Juli 1895 eingeweihten steinernen Bogenbrücke sowie zur zweiten, zwischen 1967 und 1971 einfach gebauten Spannbetonbrücke. Damit greift der Entwurf sowohl das prägende Bogenmotiv der historischen Königin-Carola-Brücke als auch die schlanke, zurückhaltende Erscheinung des Nachkriegsbaus auf, ohne eines der beiden Bauwerke lediglich nachzuahmen. Zugleich verbessert die aufgelockerte Pfeilerstruktur die Sichtbeziehungen in den Elbwiesen und schafft unter der Brücke mehr räumliche Transparenz. Durch die Auflösung der sehr breiten Pfeilerachsen in jeweils drei Einzelstützen wird eine hohe Transparenz und Luftigkeit unter der Brücke geschaffen. Dadurch wird eine hohe Aufenthaltsqualität für die vielzähligen Nutzerinnen und Nutzer der Elbufer und der Geh- und Radwege auch unter der Brücke erreicht. Die wichtigen Blickbeziehungen von den Elbauen auf verschiedene Stadtbereiche werden durch den Entwurf nicht nur erhalten, sondern sogar verbessert. Die Kürzung der Brücke auf der Altstadtseite um ein Feld eröffnet Optionen hinsichtlich weiterer Ausbauten, wobei die dargestellte Treppenanlage und die Busgarage am Hasenberg Angebote bieten, die aber nicht zwingend umgesetzt werden müssen. So verbindet der Entwurf technische Funktion, städtebauliche Einfügung, historische Kontinuität und Wiedererkennbarkeit.

Perspektivisch die Carolabrücke 3.0 aus der Sicht untere Brücke zum Terrassenufer, Altstadtseite. Foto oben: Uferbrückenentwurf FHECTOR (Spanien) NL Deutschland mit TSSB Planungsgesellschaft (Berlin). Foto unten: Entwurf Unteransicht zum Neustädter Ufer, Ingenieurgesellschaft Grassl, München. Foto: Heck/Presse DDN/Hamburg/Dresden

Das einstimmige Votum besitzt deshalb erhebliches fachliches Gewicht, bindet den Stadtrat jedoch rechtlich und politisch nicht. Die kommunalen Mandatsträger müssen neben der Entwurfsqualität auch Haushaltsrisiken, Förderbedingungen, verkehrspolitische Ziele und die Akzeptanz in der Bevölkerung berücksichtigen. Eine Abweichung vom Expertenranking wäre grundsätzlich möglich, müsste aber nachvollziehbar begründet werden – insbesondere dann, wenn ein fachlich schwächer bewerteter Entwurf aus Kosten- oder Verkehrserwägungen bevorzugt würde.

Der erneut aufflammende Streit über die Zahl der Fahrspuren zeigt den zentralen politischen Zielkonflikt: Eine breitere Variante schafft größere Reserven für den motorisierten Verkehr, erhöht aber Bauaufwand, Flächenbedarf und Kosten. Die schmalere Lösung verspricht Einsparungen von rund 30 Millionen Euro und könnte zugleich einer stärker auf Straßenbahn, Rad- und Fußverkehr ausgerichteten Mobilitätspolitik entsprechen. Dem stehen mögliche Sorgen vor geringerer Leistungsfähigkeit, Stau oder fehlenden Reserven bei künftigen Verkehrsentwicklungen gegenüber. Die Spurenzahl ist daher keine rein technische Detailfrage, sondern eine Grundsatzentscheidung darüber, welche Verkehrsbedürfnisse die neue Carolabrücke langfristig priorisieren soll.

* Das Expertengremium wurde moderiert von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Steffen Marx, Direktor und Professor für Massivbau TU Dresden. Die Mitglieder :
– Ministerialrat Prof. Dr.-Ing. Gero Marzahn, Bauingenieur (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Abteilung Straßenbau, Brücken-, Tunnel-, und sonstige Ingenieurbauwerke – Bonn)
– Prof. Johann Kollegger, Bauingenieur (Professor für Betonbau an der TU Wien)
– Prof. Dr.-Ing. Thorsten Helbig, Bauingenieur (Professor für Tragwerkslehre, Baustoffkunde, Fachbereich Architektur, HS Darmstadt)
– Prof. Wolfgang Lorch, Architekt (TU Darmstadt, Mitglied Gestaltungskommission der Landeshauptstadt Dresden)
– Prof. Dipl.-Ing. Thomas Will, Denkmalpfleger (TU Dresden Professor em. für Denkmalpflege und Entwurf)
– Reiner Nagel, Architekt (Vorstandsvorsitzender Bundestiftung Baukultur, Potsdam)
– Prof. Wolfgang Sonne, Architekt (TU Dortmund, stell. Direktor Institut für Stadtbaukunst)
– Dipl. Ing. Monika Thomas, Architektin (Präsidentin Dt. Akademie Stadtbau/ Landschaftsplanung, Hamburg)
– Prof. Dr.-Ing. Jan L. Vitek, Bauingenieur (Professor für Betonbau, Fakultät für Bauingenieurwesen, Tschechische Technische Universität in Prag, Experte für Betonbau, Metrostav a.s.)

Titelbild BU: Das Foto zeigt die Roh-Entwürfe von Leonhardt, Andrä und Partner (LAP) und Knight Architects (KA) aus Dresden und London. Foto oben: Der favorisierte Entwurf von LAP und KA. Unten der Entwurf Grassl Ingenieure München, der vom Expertengremium auf Platz vier gesetzt wurde. Foto: Heck/Presse DDN/Hamburg/Dresden

© Fotos: Heck/Presse DDN/Hamburg/Dresden

Vier Entwürfe für die neue Carolabrücke sind favorisiert – jetzt folgt die Prüfung (…mehr)

​Vier Entwürfe für die neue Carolabrücke sind favorisiert – jetzt folgt die Prüfung durch die Fachjury

Von Dr.h.c. Bernhard Heck

Am 3. September 2026 steht im Dresdner Stadtrat eine entscheidende Abstimmung bevor: Aus vier verschiedenen Brückenentwürfen für die neue Carolabrücke wird das finale Konzept ausgewählt. Damit erreicht der umfangreiche Planungsprozess für den Ersatzneubau seinen bisherigen Höhepunkt.

Bereits am 17. Dezember 2025 begann die Planung mit einer umfassenden Anlaufberatung gemeinsam mit 16 beteiligten Planungsbüros. In der aktuellen Phase arbeiten vier Ingenieur- und Architekturbüros aus Deutschland und Europa parallel in den Leistungsphasen eins und zwei an unterschiedlichen Konzepten. Ziel ist es, verschiedene Lösungsansätze für Verkehr, Gestaltung und Aufenthaltsqualität zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei die Breite der Fahrbahnen für den Straßenverkehr, die Straßenbahn, Radwege und Fußgängerbereiche sowie die Anzahl der Brückenzüge.

Die vier beauftragten Planungsbüros reichten ihre Entwürfe am 26. Mai 2026 ein und stellten sie erstmals dem Begleitgremium vor. Einen Tag nach Pfingsten wurden die Modelle zudem öffentlich im Plenarsaal des Dresdner Rathauses über der „Goldenen Pforte“ präsentiert. Besonders auffällig waren die unterschiedlichen gestalterischen Interpretationen der Elbquerung und der Nutzung der Brücke selbst.

Drei der vorgestellten Entwürfe verbinden die Elbufer ohne Pfeiler im Fluss. Ein Konzept hingegen sieht bewusst einen Pfeiler in der Elbe vor und nimmt damit Bezug auf die historische Königin-Carolabrücke sowie die Dresdner Brückenbaugeschichte. Zu jedem Entwurf wurden drei Visualisierungen eingereicht, die unterschiedliche Perspektiven und architektonische Ansätze zeigen. Bereits diese Darstellungen verdeutlichen, wie verschieden die Vorstellungen für die zukünftige Carolabrücke ausfallen.

© FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft

Die Ingenieurbüro FHECOR Deutschland GmbH, eine Tochter eines spanischen Unternehmens, gemeinsam mit der TSSB Berlin Planungsgesellschaft, stellt die Eleganz der Bögen in den Mittelpunkt ihres Entwurfs: 
„Das Besondere an unserem Entwurf der Carolabrücke 3.0 ist die Neuinterpretation der charakteristischen Bögen der historischen Carolabrücke 1.0 in Verbindung mit der konstruktiven Leichtigkeit und Klarheit der Carolabrücke 2.0. Daraus entsteht eine zeitgemäße, leichte und zugleich klassische Brücke für Dresden, die traditionelle Brückenbaukunst mit moderner Ingenieurskunst verbindet.
Die Bögen verleihen der Brücke ihre besondere Eleganz und fügen sie selbstverständlich in die Familie der Dresdner Elbbrücken ein. Gleichzeitig prägen sie die Wahrnehmung der Brücke im Dresdner Elbtal und stärken ihre stadträumliche Identität. Die Transparenz der Konstruktion ermöglicht freie Blickbeziehungen auf die Dresdner Altstadt sowie entlang der Elbe.“

 

© Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH und DKFS

Die Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH aus Düsseldorf gemeinsam mit DWFS London favorisiert eine besonders geringe Höhenentwicklung der Brücke:
„Die neue Carolabrücke ist ein eleganter, zentraler städtebaulicher Baustein im Elbtal vor den Brühlschen Terrassen und Teil der charakteristischen Dresdner Brückenfamilie. Als integraler Bestandteil des öffentlichen Raums versteht sie sich nicht nur als Infrastruktur, sondern als neues Stück Stadt.
Durch ihre geringe Höhenentwicklung bewahrt sie die charakteristischen Blickbeziehungen der Stadtsilhouette. Flache Bögen, massive Flutbrücken und markante Pfeilerscheiben interpretieren historische Prinzipien zeitgemäß und ergänzen das Dresdner Panorama mit ruhiger Eleganz.“

 

 

© Ingenieurbüro GRASSL GmbH und gmp Architekten

Das Ingenieurbüro Grassl aus München sieht in seinem Entwurf vor allem eine stadtbildprägende Grundfigur für Dresden:
„Unser Entwurf zum Ersatzneubau der Carolabrücke ist ein zeitgenössischer Beitrag zur Dresdner Brückenfamilie: zurückhaltend in der Silhouette, präzise gegliedert und sensibel im Dialog mit Altstadt und Elbraum. Leitmotiv ist die Bogenbrücke als stadtbildprägende Grundfigur, die den Blick auf die Stadtsilhouette freihält und die Querung klar rhythmisiert.
Die gewünschte Leichtigkeit entsteht durch konsequente Transparenz. Offene ‚Brückenaugen‘ über den Pfeilern lassen Stadtraum und Landschaft hindurchscheinen und machen das Bauwerk als luftige Struktur erfahrbar. Stadtbalkone schaffen zusätzliche Aufenthaltsorte mit Blicken auf Altstadt, Neustadt und Elbe.“

 

 

© Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG und Knight Architects

Die Ingenieurgemeinschaft Leonhardt, Andrä und Partner aus Dresden gemeinsam mit Knight Architekten Berlin definiert ihren Ansatz als Verbindung historischer und moderner Elemente:
„Das Besondere an unserem Entwurf ist die Symbiose aus der Formensprache der historischen Königin-Carolabrücke mit ihren schlanken Bögen und der großen Transparenz der Carolabrücke 2.0. Die Silhouette der Altstadt wird durch die niedrige Lage der neuen Carolabrücke vollständig respektiert, bisherige Blickbeziehungen bleiben erhalten oder werden sogar verbessert.
Gleichzeitig ist es gelungen, die neue Carolabrücke trotz anspruchsvoller Anforderungen aus Schifffahrt und Verkehrsführung optisch wieder in die Dresdner Familie der Bogenbrücken zurückzuführen. Ergänzt wird dies durch einen dem historischen Stadtkern zugewandten Promenadenweg, der zum Flanieren einlädt und erstmals den Altstädter und Neustädter Elbraum direkt miteinander verbindet.“

 

Am 3. September 2026 entscheidet der Dresdner Stadtrat schließlich darüber, welches der vier Ingenieur- und Architekturbüros den weiteren Planungsauftrag zur finalen Ausarbeitung der neuen Carolabrücke erhält.

© www.dresden.de

Campuslinie: Kompromiss für Verkehrsführung zwischen Nürnberger Ei und Wasaplatz in Dresden. Neue Variante bringt Vorteile für ÖPNV, Kfz- und Radverkehr, womit Dresden (…mehr)

Campuslinie: Kompromiss für Verkehrsführung zwischen dem Nürnberger Ei und Wasaplatz in Dresden.
Neue Variante bringt Vorteile für ÖPNV, Kfz- und Radverkehr, womit Dresden Förderfähigkeit für das Gesamtprojekt vom Bund erhält.

Von Dr.h.c. Bernhard Heck

Die Neue Vorzugslinie für dem Abschnitt drei der Campuslinie Nürnbergerplatz zum Wasaplatz im Fokus. Baubürgermeister Stephan Kühn (rechts) und Andreas Hemmersbach, Vorstand Mobilität bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB), haben mit Simone Prüfer (Stadt Dresden) die Anpassungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vorgestellt. © ddn/Heck

In der Stadtratssitzung sowie den Gremienfachberatungen zur Campuslinie (Abschnitt 3: Zellescher Weg – Wasaplatz) wurden am 15. April 2026 neue Lösungen für die Verkehrsführung am Wasaplatz im Zuge der „Campuslinie“ im Abschnitt drei, die Untersuchungsergebnisse zu alternativen Varianten für das Nadelöhr Caspar-David-Friedrich-Straße/Wasaplatz vorgestellt. Die Vorlage V2748/25 behandelt insbesondere die Frage, wie die Straßenbahn in den engen Straßenraum integriert werden kann, ohne die historische Bausubstanz oder die Vorgärten der Anwohner zu beeinträchtigen.

Die Campuslinie ist wichtigstes ÖPNV-Projekt mit dem Ziel die Universität besser zu erreichen.

Ziel: Campus der TU Dresden mit den Straßenbahnlinien 7 und 4 erschließen. Zusätzlich sollen neue Direktverbindungen aus Innenstadt sowie von Gorbitz, Löbtau, Reick inclusive dem Wissenschaftsstandort Ost und Prohlis zur Universität schaffen und die Buslinie 61 entlasten. Längerfristig soll auch die Anbindung der Bundesgartenschau 2033 zu den Standorten im Blickpunkt stehen. Effekte: Wirtschaftlicherer ÖPNV nachhaltig verbessern. Zusätzliche Erlöse durch 1,35 Mio. neue Fahrgäste pro Jahr und mit weniger Busverkehr werden Betriebskosten reduziert und nachhaltig 2.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.

Dazu sagte Stephan Kühn, Baubürgermeister Stadt Dresden:“ Wir müssen das Planfeststellungsverfahren bis 2027 beantragen, deshalb sind auch die Anwohner nicht durch Aufkaufkonzepte der Vorgärten in der Streckenführung machbar“.

Zentrale Ergebnisse & Vorzugsvariante
Die Stadtverwaltung favorisiert eine Kompromisslösung, die sowohl die Leistungsfähigkeit der Verkehrswege als auch den Erhalt des Stadtbildes berücksichtigt. Geplant ist, die Straßenbahn auf überfahrbaren Gleisen zu führen, sodass der Straßenraum effizienter genutzt wird. Autos, Busse und Bahnen sollen künftig je Richtung eine gemeinsame Fahrspur („Mischverkehr“) nutzen, wodurch Platz für Radverkehrsanlagen geschaffen wird. Ein separater Gleiskörper wird zugunsten des Erhalts der charakteristischen Vorgärten im Viertel aufgegeben. Als weitere Maßnahme ist die Sperrung der Lockwitzer Straße stadteinwärts für den motorisierten Individualverkehr vorgesehen, um den komplexen Verkehrsknoten Knoten am Wasaplatz zu entlasten. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass der beste Kompromiss für alle Verkehrsarten so aussieht:

  • Kfz-Verkehr/ÖPNV im Mischverkehr in der Caspar-David-Friedrich-Straße zugunsten der Einrichtung einer Radverkehrsanlage
  • Herausnahme des Kfz-Verkehrs aus der Lockwitzer Straße in Richtung Innenstadt (vergleichbar Haltestelle Kesselsdorfer Straße)
  • Erhalt des Kfz-Verkehr-Linksabbiegestreifens in der Caspar-David-Friedrich-Straße in die Wasastraße
  • Öffnung der Lannerstraße für den Kfz-Verkehr in beide Fahrtrichtungen
  • Einrichtung der Radverkehrsanlage Heinrich-Zille-Straße in Richtung Lockwitzer Straße und Radroute TU Dresden – Großer Garten/Striesen (bereits beschlossen)

Kritikpunkte der Alternativuntersuchung
Die vorgeschlagenen Varianten haben zu politischen Diskussionen geführt, da jede Lösung erhebliche Auswirkungen auf den Verkehrsfluss hat. Kritiker befürchten insbesondere, dass durch die Neuordnung am Wasaplatz der Kfz-Verkehr verstärkt in die Nebenstraßen, wie etwa die Heinrich-Zille-Straße, verdrängt wird. Die Kapazität für Autos bleibt ein Streitpunkt, da die Caspar-David-Friedrich-Straße den Übergang vom vierspurigen Zelleschen Weg zum engen Ortskern bildet.

Weiteres Vorgehen
Die Vorlage wurde im Frühjahr 2024 bereits in den Gremien diskutiert, musste jedoch aufgrund von Änderungsanträgen, insbesondere von CDU und Grünen, zur Detailplanung von Radwegen und Parkplätzen vertagt werden. Nach aktuellem Stand (Frühjahr 2026) sollen die detaillierten Ergebnisse in den Planfeststellungsantrag bis zum Frühjahr 2027 einfließen. Die Inbetriebnahme des betreffenden und baulich ambitionierten Abschnitts wird frühestens für das Jahr 2031 erwartet.

Für die 2,8 Kilometer lange Straßenbahn-Neubaustrecke zwischen dem Nürnberger Ei und dem Wasaplatz sind ein besonderer Bahnkörper in Mittellage, eine überbreite Fahrspur in jeder Richtung und vor allem auf dem Zelleschen Weg breite Fuß- und Radwege vorgesehen. © DVB/Landeshauptstadt Dresden

Das Projekt Campuslinie
Die Campuslinie soll als neue Straßenbahnverbindung die Technische Universität Dresden mit den Straßenbahnlinien 7 und 4 erschließen und so die Buslinie 61 entlasten. Gleichzeitig verbindet sie den künftigen „Wissenschaftsstandort Ost“ mit dem Campus der TU Dresden und spielt auch mit Blick auf die Bundesgartenschau 2033 eine wichtige Rolle für die Verkehrsentwicklung im Dresdner Süden. Dafür ist entscheidend, dass sowohl der Abschnitt von der Nossener Brücke über die Nürnberger Straße als auch der Abschnitt vom Zelleschen Weg bis zum Wasaplatz gebaut werden. Nur dann ist auch die Förderfähigkeit des Gesamtprojekts gesichert. Für die beiden Abschnitte wurden Bundesmittel in Höhe von 129,6 Millionen Euro sowie ergänzende Landesmittel von 15,7 Millionen Euro beantragt.

Weitere Informationen: www.dresden.de/campuslinie

© Titelfoto: ddn/Heck

Wo Deutschland durchatmet: Die beliebtesten Wälder im Vergleich. Und Dresden mit dabei? Jawohl, auf Platz 6 (…mehr)

Wo Deutschland durchatmet: Die beliebtesten Wälder im Vergleich.
Und Dresden mit dabei? Jawohl, auf Platz 6

März 2026. Wälder erfüllen eine wichtige Funktion für Erholung und Lebensqualität – auch in Sachsen. Regionen wie die Sächsische Schweiz, das Erzgebirge und die Oberlausitz zählen zu den bedeutenden Natur- und Erholungsräumen des Bundeslandes. Vor dem Hintergrund von Klimawandel und zunehmender Flächennutzung rückt der Schutz dieser und aller anderen Waldgebiete stärker in den Fokus. Gleichzeitig bleibt ihre Bedeutung für Tourismus und Naherholung ungebrochen.

Heide_Prießnitzwasserfall

Der Reiseveranstalter Fit Reisen hat anlässlich des Internationalen Tages des Waldes am 21. März erneut analysiert, welche Wälder Deutschlands besonders gefragt sind und wie sich einzelne Regionen – darunter auch die sächsischen – im Vergleich positionieren.

Die Auswertung basiert auf drei Faktoren: dem Google-Suchvolumen, den Bewertungen auf Google Maps sowie der Aktivität auf Instagram. Diese wurden zu einem Gesamtranking der 120 beliebtesten Wälder Deutschlands zusammengeführt.

Die Top 10 der beliebtesten Wälder 2026 im Überblick

  • Platz 1: Zauberwald, Bayern – Gesamtpunktzahl: 331 von 360
  • Platz 2: Eilenriede, Niedersachsen – Gesamtpunktzahl: 320 von 360
  • Platz 3: Perlacher Forst, Bayern – Gesamtpunktzahl: 315 von 360
  • Platz 4: Niendorfer Gehege, Hamburg – Gesamtpunktzahl: 309 von 360
  • Platz 5: Siebentischwald, Bayern – Gesamtpunktzahl: 300 von 360
  • Platz 6 geteilt: Dresdner Heide, Sachsen und Oberpfälzer Wald, Bayern – Gesamtpunktzahl: jeweils 299 von 360
    Die Dresdner Heide kommt ebenfalls auf Platz sechs und verbessert sich damit gegenüber Rang 10 im letzten Jahr. Das Waldgebiet nahe der sächsischen Landeshauptstadt umfasst dichte Baumbestände, kleine Bäche und ruhige Lichtungen. Ein dichtes Netz aus Wegen ermöglicht Spaziergänge, Fahrradtouren und andere Freizeitaktivitäten. Die reiche Flora und Fauna lädt zum Entdecken ein und macht den Besuch zu einem Naturerlebnis.
  • Platz 8 geteilt: Osterwald (Zingst), Mecklenburg-Vorpommern und Hainich, Thüringen – Gesamtpunktzahl: jeweils 293 von 360
    Auch der Thüringer Hainich landet auf dem achten Platz. Mit einer Fläche von rund 130 Quadratkilometern gilt er als größtes zusammenhängendes Laubwaldgebiet Deutschlands. Alte Rotbuchenbestände und zahlreiche seltene Pflanzenarten prägen das Gebiet. Ein Netz aus Wanderwegen ermöglicht Einblicke in verschiedene Waldlandschaften und Lebensräume.
  • Platz 10: Bayerischer Wald, Bayern – Gesamtpunktzahl: 291 von 360

Das komplette Ranking mit allen Wäldern gibt es hier zum Entdecken https://www.fitreisen.de/ressourcen/waelder-ranking/.
Wer jetzt Lust bekommen hat, spontan in die Natur zu entfliehen, dann schaut mal rein, denn bei Fit Reisen findet man zahlreiche Angebote für Natururlaub in grüne Oasen oder Kurztrip.

(Methodik: Für die Neuauflage des Rankings wurden die bekanntesten Waldgebiete Deutschlands erneut auf ihre Popularität hin untersucht. Bewertet wurden das Suchvolumen bei Google, die durchschnittlichen Bewertungen auf Google Maps sowie die Anzahl an Beiträgen mit den zugehörigen Instagram-Hashtags. Nur vollständig bewaldete Gebiete mit klar erkennbaren Google Maps-Einträgen und mindestens zehn Bewertungen wurden berücksichtigt. Für jedes Kriterium konnten maximal 120 Punkte erreicht werden, sodass die Höchstpunktzahl insgesamt 360 Punkte betrug. Der Stichtag der Auswertung war der 02. März 2026.)

© Fit Reisen GmbH https://www.fitreisen.de/ressourcen/waelder-ranking/

© Fotos: ddn-dresden.de

Wiener Platz erhält städtebaulicher Aufwertung im Rahmen der BUGA 2033 und des Fördergebiets „WEP Lebenswertes Stadtzentrum“. ​ Bis 2031 wird mit Kosten über vier Millionen Euro gerechnet (…mehr)

Wiener Platz erhält städtebaulicher Aufwertung im Rahmen der BUGA 2033 und des Fördergebiets „WEP Lebenswertes Stadtzentrum“. ​ Bis 2031 wird mit Kosten über vier Millionen Euro gerechnet

​Von Dr.h.c. Bernhard Heck

Die Ausgangslage ist mit der Annahme des Antrages bei der Stadtratsitzung vom 5. März 2026 klar. Der Wiener Platz wird nicht nur funktional als hoch frequentierter Verkehrsknoten und Ankunftsort zum Hauptbahnhof Dresden aufgewertet, sondern wird auch im Sinne der BUGA zu einem einladenden Eingangstor in die Dresdner Innenstadt weiter entwickelt. Die Maßnahme fügt sich in die Leitziele der Dresdner BUGA 2033 ein, die städtebauliche Entwicklung, Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität und soziale Teilhabe miteinander verknüpfen. Dabei haben die Planer eine bestimme Projektbeschreibung und Zielsetzung von der Stadtverwaltung erhalten. Ziel ist es die kriminalpräventive, barrierefreie und klimaangepasste Neugestaltung des Wiener Platzes nach Vorlage des Stadtratsbeschluss entsprechend umzusetzen, verbunden mit städtebaulicher Aufwertung des Fördergebiets „WEP Lebenswertes Stadtzentrum“. Dabei handelt es ich um ein Förderprogramm vom Land und EU zum​ Wachstum und nachhaltiger Erneuerung – Lebendige Quartiere gestalten (WEP). Die Bewältigung des wirtschaftlichen und demografischen Wandels in Stadtquartieren durch Aufwertung und Rückbau. Geplant sind hochwertige Natursteinflächen, großkörnige Bäume, klimaangepasste Brunnenanlagen und barrierefreie Wege, um Mikroklima, Aufenthaltsqualität und soziale Kontrolle zu fördern. ​

Die Planungs- und Umsetzungsdetails sehen im Detail vor: Die Planung umfasst zwei Teilflächen: Die erste vor dem Bahnhof, die mit Naturstein befestigt wird, inklusive der Herstellung der Fläche und der Pflanzung von sieben Bäumen sowie der Gestaltung der Gastronomieflächen. Die zweite Teilfläche betrifft die Umgestaltung der Brunnenanlagen und Oberlichter der Tiefgarage zu begrünten Flächen mit Sitzmauern und Pflanzflächen. ​Da sich die Eigentums-Flächen zusammen mit der Stadt Dresden auch bei der DB befinden. Werden die Kosten anteilig getragen. ​Für die Teilfläche 1 werden Baukosten von ca. ​1.640 Millionen Euro geschätzt, Fördermittel in Höhe von 1,1 Mio. Euro sind beantragt, die Umsetzung ist durch Fördermittel und städtische Mittel gesichert. ​Die anteiligen Planungskosten, die auf die Landeshauptstadt Dresden entfallen, sind mit 183.684 Euro kalkuliert. Die Planung umfasst auch die Einbindung in das Städtebauförderprogramm, mit Fördermitteln für die Jahre 2026–2028 (Bauabschnitt 1) und ab 2031 (Bauabschnitt 2). ​ Die Bewilligung der Fördermittel erfolgte, so seitens der Stadt festgestellt vor der Abstimmung- Die Vorlage wurde in mehreren Gremien beraten, zuletzt im Stadtrat am 29.01.2026, der die Planung bestätigte. Mit 54 Ja -Stimmen und 4 Enthaltungen wurde dem Antrag der Stadtverwaltung durch den Stadtrat stattgegeben. , die Umsetzung ist damit gesichert. ​

Die Klimatische Bewertung und Klimachecks zeigen, dass die Maßnahmen keine Treibhausgas-Emissionen verursachen, aber durch die Pflanzung von Bäumen und Begrünung das Stadtklima geringfügig Verbessern. Durch die Die Begrünung soll das Mikroklima durch erhöhte Baumflächen und Pflanzflächen verbessert werden und, die Flächenentsiegelung ist aufgrund der Tiefgarage nur geringfügig möglich.

Einen breiten Raum nimmt die Kriminalpräventive und barrierefreie Gestaltung ​des Platzes ein. So soll die Gestaltung gezielt auf die Vermeidung von Angst- und Dunkelräumen durch gute Beleuchtung, übersichtliche Anordnung der Sitz- und Möblierungselemente sowie soziale Kontrolle in die Baukriterien eingehen. Die Barrierefreiheit wird durch großformatige, barrierefreie Oberflächen, taktile Leitsysteme für Blinde und stufenlose Höhenniveausicherung zusätzlich gewährleistet. Diese Präventiven Maßnahmen sollen den Wiener Platz sicherer, einladender und barrierefrei machen, um die Nutzung für alle Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Nach der Fertigstellung der bis Ende 2025 geplanten Dachsanierung des Hauptbahnhofes soll die Platzfläche vor dem Bahnhofsgebäude in einem endgültigen Ausbauzustand hergestellt werden. Die Planung für eine Aufwertung des Bahnhofsumfeldes und zur Verbesserung der Aufenthalts- und Verweilqualitäten wurde auf Wunsch und in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG beauftragt.

Teilfläche 1 (hellgrün)

Gegenstand der Planung ist die Herstellung der Fläche vor dem Bahnhofsgebäude, die derzeit mit einer provisorischen Asphaltdecke befestigt ist. Die ca. 15 Meter tiefe Fläche zwischen dem Bahnhofsgebäude und der mit Granitplatten befestigten Platzfläche, die sich anteilig jeweils im Eigentum der Landeshauptstadt Dresden und der Deutschen Bahn AG befindet, soll mit Natur-Stein Materialien befestigt werden. Der Bereich zwischen den Bahnhofsausgängen 2 und 3 soll weiterhin für die Außenbestuhlung der Gastronomiebetriebe im Bahnhof nutzbar sein und da-mit zur Belebung und sozialen Kontrolle des Wiener Platzes beitragen. Die Gastronomieflächen wurden in Abstimmung mit dem Bahnhofsmanagement festgelegt.

Zwischen dem Bahnhofsausgang drei und dem Königspavillon sollen sieben bodengebundene, größerkronige Bäume gepflanzt werden. Bei der Standort- und Gehölzauswahl wurden der unterirdische Bauraum, denkmalschutzrechtliche Anforderungen sowie die Anforderungen des Werbekonzeptes der Deutschen Bahn AG berücksichtigt. Die Flächen zwischen den Bäumen sollen mit Sitzelementen sowie einem Trinkbrunnen ausgestattet werden.

Teilfläche 2 (hellblau)

Für die Teilfläche 2 wurden Varianten für den Umbau der vier sanierungsbedürftigen Brunnenanlagen sowie der Oberlichter der Tiefgarage auf der Platzfläche untersucht. Der Umbau der Brunnenanlagen ist als Schlüsselmaßnahme des „Konzeptes zur Suchtprävention durch Belebung des Umfeldes und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität“ beschrieben, um die Barrierewirkung auf der Platzfläche (Sicht- und Wegebeziehungen) zu reduzieren und die sanierungs-bedürftigen Brunnenanlagen für die Funktionalität der Platzfläche nutzbar zu machen. Die beabsichtigte Lösung beschreibt zunächst eine Zielkonzeption.

Um eine möglichst positive Wirkung für das Mikroklima auf dem sonnenexponierten, hochversiegelten Wiener Platz zu erzielen und gleichzeitig die Aufenthalts- und Verweilqualität des Wiener Platzes zu verbessern, wird als Planungsziel der Umbau der Brunnen und der vollständigen Verschluss der Oberlichter zugunsten von repräsentativen Grünflächen mit klimaangepassten, artenreichen und pflegeextensiven Gehölz- und Staudenpflanzungen favorisiert. Der durch Verschluss der Oberlichter entfallende Tageslichteinfall in die Tiefgarage soll im Zuge des Umbaus durch zusätzliches Kunstlicht kompensiert werden. Die Grünflächen sollen umlaufend mit Sitzmauern eingefasst werden, um attraktive Aufenthalts- und Verweilangebote zu schaffen.

Die zentral gelegene Brunnenanlage soll niveaugleich geschlossen werden und auf der Fläche ein bedarfsgerechtes Angebot für das Abstellen von Fahrrädern, Leihrädern oder E-Rollern realisiert werden. Insgesamt sind 40 Fahrradbügel geplant.

Die Machbarkeit des Verschlusses der Oberlichter wurde mit einer statischen Untersuchung berechnet und prinzipiell nachgewiesen. Die erforderlichen Eingriffe in das Bestandsbauwerk erfordern die Kooperationsbereitschaft der Tiefgarageneigentümerin. Optimistisch gibt sich die Verwaltung: „Es muss die technische Lösung des Verschlusses der Oberlichter in der Entwurfsplanung weiter vertieft werden. Auf der Grundlage vertiefender statischer Untersuchungen müssen die Abstimmungen mit der Tiefgarageneigentümerin weitergeführt werden und das Ergebnis für die Partner vertraglich gesichert werden“.

Für die Umsetzung der im Lageplan dargestellten Vorzugsvariante ist das Einvernehmen mit der Pächterin der Tiefgarage notwendig. Mit der Gestaltung der heute provisorisch befestigten Vorfläche des Bahnhofsgebäudes mit einer hochwertigen Natursteinoberfläche entsprechend der angrenzenden Bestandsflächen soll der Bedeutung des Wiener Platzes als Ort des Ankommens und als repräsentatives Entrée für Reisende in der Landeshauptstadt Dresden ein Flair von Elbflorenz einher gehen.

Zieht man ein Fazit so hat der Stadtrat zugestimmt, saß dass für den 2. Bauabschnitt zusätzlich für die Jahre ab 2031 Fördermittel in Höhe von 2.400.000 Euro (3/3) beantragt sind. Die Fördermittelbeantragung erfolgte auf Basis der Kostenschätzung nach LPH 2 HOAI. Es bleibt abzuwarten, wie der fast nun Vierjährige Bauablauf sich für die Dresner auswirkt auch für das geplante neue Busterminal in unmittelbarer Nähe. Es müssen sich in der Verwaltung der Stadt die Uhren schneller drehen, sonst droht eine „zehnjährige“ Dauerbaustelle!

Titelfoto: Visualisierung des geplanten Bereiches für die Neugestaltung des nördlichen Vorplatzes am Hauptbahnhof mit dem Wiener Platz

Ein Campus für Innovationen und Zukunft „Universelle Werke Dresden“ – Bauarbeiten im Flow. Innovationszentrum für Start-ups und expandierende Unternehmen entsteht in der Südvorstadt (…mehr)

Ein Campus für Innovationen und Zukunft „Universelle Werke Dresden“ – Bauarbeiten im Flow
Innovationszentrum für Start-ups und expandierende Unternehmen entsteht in der Südvorstadt

Von Dr. h.c. Bernhard Heck

Der zukünftige Campus in der Südvorstadt – an der Zwickauer Straße 42–60 – nimmt immer klarere Formen an und zeigt sich vielseitig wie vielversprechend. Mit dem neuen DVB-Haltepunkt der Linie 8, der im Zuge der Bauarbeiten für die „Campus-Linie“ an der Nossener Brücke entsteht, sowie einem zusätzlichen S-Bahn-Haltepunkt der Linie S3 wird sowohl der neue Campus „Universelle Werke“ als auch der bereits bestehende Standort deutlich aufgewertet. So setzt sich eine Erfolgsgeschichte fort, die 1896 begann und nun – 130 Jahre später – in ein neues, großes Kapitel startet.
Neuer Innovations-Campus für Dresden

In Dresden wird ein bedeutendes Zukunftsprojekt Wirklichkeit: Auf dem ehemaligen Industriegelände an der Zwickauer Straße unterhalb der Nossener Brücke entsteht ein weiterer moderner Innovations-Campus. Dieser richtet sich gezielt an Start-ups und expandierende Unternehmen. Mit über 28.000 Quadratmetern flexibler Gewerbefläche setzt Immopact neue Maßstäbe für Forschung und Entwicklung in Sachsen. Ein mittlerer Millionenbetrag investiert die Immopact in das neue Projekt, wo Nachhaltigkeit und moderne Technik dabei an erster Stelle stehen. Bereits in der Planungsphase wurde das Projekt von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen mit dem Zertifikat in Gold ausgezeichnet. Damit erfüllt der geplante Campus höchste Standards in den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Technik und Funktionalität – ein deutliches Signal für die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit des Standorts Dresden. Dabei setzt der Investor auf eine nachhaltige und innovative Stadtentwicklung, die sowohl die Wirtschaft als auch die Wissenschaft in der Region stärkt.

Der für den Standort zuständige Property Manager Alexander Gräbner von der Immopact Immobilien GmbH erläutert: „Der Campus und das akademische Umfeld der Landeshauptstadt profitieren in besonderem Maße voneinander. Die direkte Nähe zur Technischen Universität Dresden sowie zu Instituten der Fraunhofer-, Helmholtz- und Leibniz-Gemeinschaft schafft ideale Voraussetzungen für einen wechselseitigen Wissenstransfer, intensive Kooperationen und gemeinsame Forschungsprojekte. Während Unternehmen schnellen Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften, modernsten Laborstrukturen und wissenschaftlicher Exzellenz erhalten, gewinnt die akademische Landschaft zugleich Impulse aus der Praxis, neue Anwendungsmöglichkeiten und zusätzliche Partner für Innovationen“.

Durch die starke Anbindung an Silicon Saxony, eines der bedeutendsten Mikroelektronik- und IT-Cluster Europas, fügt sich der Innovations-Campus zudem in ein leistungsfähiges Ökosystem aus Halbleiterindustrie, Hightech-Forschung und international vernetzten Technologiepartnern ein. Dies stärkt nicht nur die regionale Wertschöpfung, sondern eröffnet den hier ansässigen Unternehmen optimale Chancen für Wachstum, Skalierung und internationale Kooperation.

Besonderen Wert legt das Bauprojekt auf eine nachhaltige Bauweise und innovative Gebäudetechnik. Vorgesehen sind eine energieeffiziente Gebäudetechnik, ressourcenschonende Materialien sowie begrünte Außenbereiche, die nicht nur das Mikroklima verbessern, sondern auch zur Aufenthaltsqualität der Beschäftigten beitragen. Öffentliche Begegnungszonen sollen den Austausch zwischen Unternehmen, Forschenden der Technischen Universität Dresden (TU) und der Stadtbevölkerung fördern – und damit den Campus „Universelle Werke“ zu einem lebendigen Treffpunkt der „HUB-Generation“ machen.

Symbolischer Baubeginn mit Spatenstich

Am 10. September 2025 erfolgte der offizielle Baubeginn. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich gab die IMMOPACT Immobilien GmbH den Startschuss für das ambitionierte Gewerbeprojekt.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert äußerte sich positiv zu den „Universellen Werken“ in Dresden. Er betonte in seiner Rede die Wiederbelebung eines der traditionsreichen Industriestandorte an der Zwickauer Straße durch das Campus-Projekt. Besonders hob Hilbert hervor, dass der Standort durch die Kombination aus Bestand und Neubau zu einem zukunftsorientierten Campus für Hightech-Unternehmen und wissenschaftliche Entwicklungen werde. Er sieht darin eine Stärkung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Dresden und ein kraftvolles Bekenntnis zur Zukunft der Stadt.

Geschäftsführer Andreas Schöberl betonte die logistische Herausforderung der Bauzeit: „Unsere planerische Leitidee ist es, durch pflanzliche Einbindung und strukturelle Elemente den Campus als Ensemble herauszuarbeiten und ihn zugleich mit seiner Umgebung zur TU Dresden zu verknüpfen. Dies soll perspektivisch zur Entwicklung des gesamten Quartierkontextes, zur stadtstrukturellen Vernetzung und zur Wahrnehmung der Universellen Werke – Haus E und die Neubauten – als Schlüsselprojekt am Gewerbestandort entlang der Zwickauer Straße führen.“

Auszeichnung für nachhaltiges Bauen

Bereits in der Planungsphase wurde das Projekt von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen mit dem Zertifikat in Gold ausgezeichnet. Damit erfüllt der geplante Campus höchste Standards in den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Technik und Funktionalität – ein deutliches Signal für die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit des Standorts Dresden.

Blick in die Zukunft

Die Fertigstellung der Gebäude C + D sind bis 2027 geplant. Bis dahin entsteht in Dresden ein Zentrum, das Start-ups und innovativen Unternehmen ideale Bedingungen für Wachstum und Zusammenarbeit bietet und die Stadt als Wirtschaftsstandort weiter stärkt. Mit seiner TU-Nähe und der Einbettung in ein universelles Netzwerk aus Wissenschaft, Forschung und Technologie entsteht hier ein Standort mit Zugang zur absoluten universellen Arbeitswelt, der Unternehmen neue Chancen eröffnet und ihnen ermöglicht, unkompliziert anzudocken.
Zum aktuellen Stand sagt Andreas Schöberl weiter: „Durch unser Büro wurde nach einer Bestandsaufnahme eine Untersuchung zur strukturellen haustechnischen Erschließung erstellt und eine umfangreiche Gesamtkonzeption entworfen. Auf dem geschichtsträchtigen Areal der „Universellen Werke Dresden“ entsteht ein moderner und nachhaltiger Hightech-Standort mit vielfältigen Nutzungsoptionen und Angeboten für das Arbeiten von morgen. Der zentrale Standort im Herzen der Stadt stellt dabei einen besonderen Vorteil dar – ein klarer Mehrwert des Standorts.“

Im Rahmen der Entwicklung des Gesamtkonzeptes wurde bereits vor Jahren das architektonisch und historisch bedeutsame Bestandsgebäude (Haus E) modernisiert und durch neue Arbeitsplätze ergänzt. Im ersten fertig sanierten Haus E wurde ein spezieller Arbeitsplatz für eines der Technologiezentren der Landeshauptstadt Dresden eingerichtet. Weitere Unternehmen wie die VW Group Software Innovation & Development, die Viessmann Group, die anvajo GmbH sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt siedelten sich an – ein Zeichen dafür, dass man als Investor die Weichen früh richtigstellen kann. Viele Unternehmer erkennen zusätzlich den Vorteil, ihren Mitarbeitenden durch die zentrale Lage und die künftige Verkehrsanbindung einen entscheidenden Standortvorteil zu verschaffen.

>> https://universelle-werke-dresden.de/

Kontaktieren Sie uns direkt gern unter

Kontakt

© Fotos: Universelle Werke Dresden

Ihr zuverlässiger Wäscherei-Partner für Hotellerie & Gastronomie und Privatkunden in Dresden, Freital und Umgebung. Wir freuen uns auf Sie!

Ihr zuverlässiger Wäscherei-Partner für Hotellerie & Gastronomie und Privatkunden in Freital, Dresden und Umgebung.

Wir wissen – und Sie sollten es auch wissen:
Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck.

Weihnachten liegt in der Luft: Mit Bimmelbahn und Lichterglanz entlang der Weißeritztalbahn. Am Wochenende 1. Advent öffnet Deutschlands längster Weihnachtsmarkt seine Türen (…mehr)

Weihnachten liegt in der Luft: Mit Bimmelbahn und Lichterglanz entlang der Weißeritztalbahn
Am 1. Adventswochenende öffnet Deutschlands längster Weihnachtsmarkt seine Türen

Am ersten Adventswochenende lädt das Osterzgebirge zum Besuch von Deutschlands längstem Weihnachtsmarkt ein. Am 29. und 30. November findet entlang der Weißeritztalbahn „Bimmelbahn und Lichterglanz“ statt.

Viele Stationen entlang Deutschlands dienstältester Schmalspurbahn, die täglich zwischen Freital-Hainsberg und Kurort Kipsdorf unter Dampf steht, werden zu Themen-Bahnhöfen mit eigenen und besonderen Programmen. „So verknüpfen wir die zauberhafte erzgebirgische Weihnachtstradition mit der historischen Bahn“, betont Ines Hanisch-Lupaschko, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Erzgebirge e.V. (TVE). „Bei der Vielzahl der Angebote können die Fahrgäste je nach Lust und Laune entscheiden, wo sie aussteigen und das Programm genießen oder ob sie manche Bratwurst gleich mit einer Wanderung von einer Station zur nächsten ablaufen.“ Für das Projekt ziehen neben dem TVE die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG), der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), die Städte und Gemeinden sowie viele engagierte Vereine und Partner entlang der Strecke an einem Strang.

„Zu Bimmelbahn und Lichterglanz kostet die Tageskarte für die gesamte Strecke der Weißeritztalbahn 33 Euro pro Person“, erläutert Gabriele Clauss, Marketingleiterin des VVO. „Bis zu vier Kinder bis 14 Jahre fahren in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen kostenfrei mit.“ Fahrgäste mit einem Deutschlandticket können für zehn Euro den SDG-Historik-Zuschlag erwerben, der als Tageskarte gilt. Zur Veranstaltung wird das Angebot auf der Strecke verdichtet: „Wir setzen zwei Züge ein, so dass an beiden Tagen fünf Fahrten je Richtung über die gesamte Strecke angeboten werden“, erklärt Mirko Froß, Eisenbahnbetriebsleiter der SDG. „Ergänzt wird der Eisenbahnverkehr zudem durch zusätzliche Shuttlebusse, die im Ticket ebenfalls inklusive sind.“

Die Städte, Gemeinden und Vereine entlang der Strecke haben sich für das Wochenende einiges einfallen lassen: In Dippoldiswalde zieht sich beispielsweise eine ganze Weihnachtsmeile vom Bahnhof bis hin zum Lohgerbermuseum. Ein kleiner Markt erwartet die Besucher auch im Bahnhof Kipsdorf, zudem können sich Kinder schminken lassen und basteln. Im Außenbereich duftet es nach Lagerfeuer, Stockbrot, Glühwein und Gegrilltem, und als „Stargäste“ schauen die beiden Maskottchen Rußhörnchen von der SDG und Mobilius vom VVO in einer gemütlichen Weihnachtsecke vorbei. In Ulberndorf können große und kleine Besucher ihr eigenes kleines Weihnachtsgebäck aus Kartoffelteig herstellen und kreative Weihnachtspostkarten gestalten. An der Feuerschale gibt’s ein gemütliches Beisammensein mit weihnachtlichen Getränken und Naschereien. Ebenfalls im Freien wird Adventsromantik am Bahnhof Obercarsdorf zelebriert. Fackeln, Feuerkörbe und Lichterketten sorgen für eine stimmungsvolle Beleuchtung der Festwiese. Die Gäste können natürlich allerlei Köstliches probieren und am Sonntag am Lampionumzug teilnehmen.

Das ganze Programm und die Fahrpläne gibt es unter: weisseritztalbahn.com sowie beim VVO unter vvo-online.de/bimmelbahn-lichterglanz und beim Tourismusverband unter erzgebirge-tourismus.de/bimmelbahn-und-lichterglanz/

© Tourismusverband Erzgebirge e.V. Lars Neumann

 

Die Schallschutzschleuse am Dresdner Kulturpalast – eine vergessene Posse. Ein architektonisches Meisterwerk und Meilenstein für den Wohnungsbau am Neumarkt (…mehr)

Die Schallschutzschleuse am Dresdner Kulturpalast-eine vergessene Posse

Ein architektonisches Meisterwerk und Meilenstein für den Wohnungsbau am Neumarkt-ohne Festverglasung – Fensterstreit ade!
Episode 4: Im DDN-Archiv geblättert!

Von Dr. h.c. Bernhard Heck

Einleitung Fast unbemerkt vom Baugeschehen an der Schloßstraße hatte im Herbst 2021 der Dresdner Kulturpalast einen bedeutenden architektonischen Zuwachs erhalten: Eine Schallschutzschleuse, deren Funktion und Wirkung weit über das rein bauliche hinausging. Dieses Bauwerk ist nicht nur ein gelungenes Beispiel moderner Baukunst, sondern eröffnete auch neue Perspektiven für die Entwicklung von Wohnraum am Neumarkt im Herzen Dresdens.

Hintergrund und Notwendigkeit Die neue Schallschutzschleuse war als sogenannte Großgarage konzipiert: Sie sollte verhindern, dass der Lärm, der beim Be- und Entladen großer Trucks entstand, nach außen in die angrenzenden Wohngebiete dringt. Besonders wichtig ist dies für die Rosmariengasse, die Schössergasse und die Galeriestraße, in denen künftig Wohnungen mit öffenbaren Fenstern(!) entstehen sollen. Die strengen deutschen Lärmschutzvorschriften machten herkömmliche Lösungen wie Schallschutzfenster und Belüftungsanlagen, wie sie etwa beim Verkehrslärm zum Einsatz kommen, hier nicht ausreichend. Stattdessen forderten die Vorschriften eine Lärmminderung direkt am Entstehungsort – eine 2021 eine technisch schwierige Hürde und finanziell eine deutlich anspruchsvolle Lösung im Millionenbereich.

Rückblick, Herausforderungen und Verantwortung Eigentlich hätte eigentlich die Stadt Dresden als Bauherrin und Betreiberin des Kulturpalastes für den Bau dieser Schallschutzschleuse im Frühjahr 2018 bei der Sanierung und Modernisierung des Dresdner Traditionsgebäudes sorgen müssen, insbesondere da der Bedarf an neuen Wohnungen in direkter Umgebung bekannt war. Dennoch wurde die Verantwortung auf die privaten Bauherren der Quartiere VII/1, VII/2 und VI abgewälzt. Diese standen damit vor der schwierigen Aufgabe, auf kommunalem Grund an einem städtischen Gebäude eine grundlegende Lösung zu präsentieren.

Engagement privater Akteure Berndt Dietze, Geschäftsführer der Baywobau Dresden, nahm sich dieser Herausforderung an. Unterstützt wurde er maßgeblich vom Stadtplanungs- und Bauaufsichtsamt. Von Anfang an stand für Dietze bei der Planung des Schlossecks (Quartier VII/1) fest, dass statt der schwer vermietbaren reinen Bürolösungen, nur eine Wohnbebauung in Frage kommen sollte. Für die architektonische Umsetzung holte er das renommierte Berliner Architekturbüro gmp Architekten (Gerkan, Marg und Partner) und Christian Hellmund an seine Seite, die bereits beim Umbau des Kulturpalastes überzeugt hatten.

 

Probleme der Vergangenheit beim Quartier von Bauherr Kimmerle Die Brisanz des Lärmproblems zeigte sich bereits einige Jahre zuvor: Im Quartier VII/2 konnte Michael Kimmerle seine neuen Wohnungen in der Rosmaringasse nur mit festverglasten, nicht zu öffnenden Fenstern (!) vermietbar. Fenster putzen von außen mit Hubwagen-Damen auf der Leiter in Kittelschürze- hier sahen die Bauherren rot! Trotzaufwendigen Gerichtsverfahren, Bürgerprotesten und großer medialer Aufmerksamkeit, blieb die Situation unverändert. Auch das benachbarte Quartier VI mit Baurecht war betroffen und schloss sich schließlich der Finanzierung der besonderen Schallschutzlösung für den Kulturpalast an.

Finanzierung und Umsetzung Dank gemeinsamer Anstrengungen und finanzieller Beiträge der Baywobau (1.030.000 €), von Kimmerle GRUPPE (KIM), (130.000 €) und Unser schönes Dresden (USD), (150.000 €) wurde das Projekt mit 1,31Millionen Euro finanziell gesichert. Die Baugenehmigung wurde am 6. Juni 2018 erteilt – jedoch nur unter der Auflage, dass die Arbeiten ausschließlich während der sechs Theaterferienwochen (!) im Jahr stattfinden sollten. Dies erschwerte die zeitliche Umsetzung erheblich. In dieser Phase übernahm Axel Walther, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft KiD, die Realisierung, sämtlichen Planungs- und Gutachterunterlagen sowie dem Generalunternehmervertrag mit dem Bauherrn Dreßler Bau, damit gelang es ihm und seinem Team, das Projekt planmäßig abzuschließen.

Fertigstellung und Bedeutung für Dresden-Heute 

Mit der Fertigstellung und Übergabe der Schallschutzschleuse am 1. November 2021 konnte das nächste Ziel erreicht werden: Bereits ab dem 15. Dezember 2021 konnten die ersten interessierten Mieter im Schlosseck (Quartier VII/1), dem Lückenschluß zwischen Kulturpalast und Schlossplatz die Fenster öffnen (!) und vor dem Jahreswechsel die Wohnungen beziehen.

Auch wenn Berndt Dietze rückblickend betont, dass er dieses Geld lieber für einen Kindergarten ausgegeben wollte, ist Dresden heute um ein architektonisches Kleinod reicher. Dank privater Initiative und öffentlicher Unterstützung entstand durch gmp Architekten anstelle einer schlichten Verladestelle ein architektonisch anspruchsvolles Bauwerk , das den Wohnungsneubau am Neumarkt erst möglich machte. Nicht zuletzt ist dieses Bauwerk Berndt Dietze zu verdanken, der mit seinem Engagement einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Dresdner Innenstadt und am Neumarkt in der Vergangenheit geleistet hat.

© Heck, Presse Hamburg (5)

Unzulässigkeit des Bürgerbegehrens zum Dresdner ÖPNV-Angebot. OB Dirk Hilbert und Stadtverwaltung sehen finanzielle Risiken – Stadtrat entscheidet im Dezember (…mehr)

Unzulässigkeit des Bürgerbegehrens zum Dresdner ÖPNV-Angebot
OB Dirk Hilbert und Stadtverwaltung sehen finanzielle Risiken – Stadtrat entscheidet im Dezember

Von Dr. h.c. Bernhard Heck

Das Bürgerbegehren „Dresdner Nahverkehr erhalten: Kürzungen gemeinsam verhindern!“ fordert die Beibehaltung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) in Dresden auf dem Niveau von 2024. Die Stadtverwaltung Dresden hat dieses Begehren jedoch als unzulässig eingestuft.

Am Montag hat die Stadtverwaltung Dresden die Vorlage der Fraktion “ Die Linke“ zur Entscheidung über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens „Dresdner Nahverkehr erhalten: Kürzungen gemeinsam verhindern!“ in den Gremienlauf gegeben. Die endgültige Entscheidung darüber trifft der Stadtrat in seiner Doppelsitzung am 11. und 12. Dezember 2025. Dem Beschlussvorschlag zufolge betrachtet die Verwaltung das Bürgerbegehren als unzulässig. Oberbürgermeister Dirk Hilbert betonte dabei die Bedeutung von Bürgerbegehren für die demokratische Mitbestimmung, stellt jedoch klar, dass die komplexe Thematik umfassend geprüft wurde.

Hintergrund des Bürgerbegehrens: Das Bürgerbegehren richtet sich gegen geplante Änderungen der Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB), darunter geringfügige Linienänderungen und Taktreduzierungen im Bus- und Straßenbahnverkehr, teilweise zu Taktzeiten von bis zu 20 Minuten. Ziel der Initiative ist es, das bestehende Angebot im ÖPNV zu erhalten und Kürzungen des Taktes und der Linienführung zu verhindern.

Prüfung durch die Stadtverwaltung: Die Stadtverwaltung hat die im Bürgerbegehren vorgeschlagenen Finanzierungsoptionen geprüft. Dazu zählen unter anderem zusätzliche Fördermittel sowie eine Erhöhung der Gewerbesteuer. Während die Stadt auf die Gewerbesteuer Einfluss nehmen kann, liegen zusätzliche Fördermittel außerhalb ihres Verantwortungsbereichs.

Die Analyse ergab, dass die im Begehren angenommenen jährlichen Mittel von 18 Millionen Euro nicht ausreichen, um das angestrebte Angebot zu sichern. Die Prüfung ergab, dass die angenommenen Mittel von jährlich 18 Millionen Euro nicht ausreichen, um das angestrebte Niveau zu halten. Experten gehen von einem Finanzierungsbedarf im zweistelligen Millionenbereich aus, der aus dem städtischen Haushalt gedeckt werden. . Dieser müsste aus dem städtischen Haushalt gedeckt werden, was erhebliche Auswirkungen auf andere Bereiche wie Sport, Jugend, Kultur und soziale Angebote hätte. Die Stadtverwaltung kritisiert, dass diese finanziellen Folgen im Bürgerbegehren nicht ausreichend dargestellt werden.

Stellungnahme des Oberbürgermeisters: Oberbürgermeister Dirk Hilbert unterstreicht die Bedeutung von Bürgerbegehren für die demokratische Mitbestimmung. Er weist jedoch darauf hin, dass eine umfassende Prüfung der komplexen Thematik erfolgt sei. Die optimistischen Finanzierungsszenarien des Begehrens werden von Hilbert als unrealistisch bewertet. Weiter sagte der OB: “ Angesichts der angespannten Haushaltslage sei vielmehr ein Konsolidierungskonzept erforderlich. Jede zusätzliche Million für den ÖPNV kann zu Kürzungen des Etats der Stadtverwaltung und in Anderen Ressorts oder freiwilligen Leistungen führen“.

Weitere Verfahrensschritte: Gemäß § 25 Abs. 4 Satz 1 SächsGemO entscheidet der Stadtrat über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens, nachdem die Vorlage in den Ausschüssen beraten wurde. Sollte der Stadtrat entgegen der Empfehlung der Verwaltung das Begehren für zulässig erklären, müsste innerhalb von drei Monaten ein Bürgerentscheid erfolgen.

Standpunkt der CDU im Stadtrat dazu, Veit Böhm, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, betont die Sorgfalt, mit der die Vorlage geprüft werden soll. Eine abschließende Bewertung der juristischen Positionen sei derzeit noch nicht möglich. Laut CDU sind moderate Angebotsanpassungen unvermeidbar. Einschnitte in Ortschaften oder Randgebieten und die Streichung von Fährverbindungen lehnt die Fraktion jedoch ab. Stattdessen setzt sie auf eine Optimierung des Liniennetzes, über die der Stadtrat entscheiden soll. Ziel sei ein flexibler und zukunftsfähiger ÖPNV, der auf neue Mobilitätsbedarfe reagieren könne. Hintergrund: Die Linke fordert eine stärkere Finanzierung der DVB aus dem städtischen Haushalt sowie höhere Gewerbesteuern. Die CDU lehnt diese zentrale Finanzierungsdebatte entschieden ab. In einer Pressemitteilung heißt es: „In wirtschaftlich angespannten Zeiten gefährdet eine Steuererhöhung kleine und mittelständische Unternehmen“, so Böhm. Zudem sieht die CDU viele Vorschläge außerhalb der kommunalen Entscheidungsgewalt.

Einigkeit besteht darin, so die Fraktion(CDU), „dass ein leistungsfähiger Nahverkehr erhalten bleiben muss. Doch die Wege dorthin sind umstritten“. Die CDU will den Spagat zwischen finanziellem Pragmatismus und dem Erhalt des Angebots wagen – und fordert von anderen Fraktionen realistische, finanzierbare Konzepte Wichtig wird auch sein, im Rahmen der Ausschussbefassungen die Gutachterpositionen, die Einschätzung des städtischen Rechtsamts sowie weiterer Positionen der Stadtverwaltung abzuwägen. Damit wird sich CDU- Fraktion auf dieser Basis eine Position zur Vorlage des Oberbürgermeisters erarbeiten und in Diskurs bringen.“

Fazit: Die Entscheidung über das Bürgerbegehren zum Erhalt des Dresdner ÖPNV-Angebots steht unmittelbar bevor. Während die Stadtverwaltung vor finanziellen Risiken warnt und das Begehren für unzulässig hält, liegt die endgültige Entscheidung beim Stadtrat. Die Debatte verdeutlicht die Herausforderungen, die mit dem Erhalt kommunaler Leistungen in Zeiten angespannter Haushalte verbunden sind. Mitten im Weihnachtstrubel eine solche schwerwiegende Entscheidung zu treffen, sollten die Mitglieder des Stadtrates und alle Fraktionen nochmals überdenken. Zum Wohle der Stadt und seinen Bürgern!

© Heck, Presse Hamburg (2)

20 Jahre Kirchweihe der Extraklasse – mit stehenden Ovationen bedankten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer für die exzellenten Darbietungen. (…mehr)

Kirchenkonzert 20 Jahre Kirchweihe der Extraklasse – mit stehenden Ovationen bedankten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer für die exzellenten Darbietungen.

Von Dr.h.c. Bernhard Heck

Mit einem Kirchenkonzert der Extraklasse sorgte der Preisträger verschiedener Orgelwettbewerbe und erster Kantor der Dresdner Frauenkirche Matthias Grünert (52), zusammen mit den Jenaer Philharmoniker und dem 60köpfigen Dresdner Frauenkirchen-Chor für viel Euphorie. Ebenfalls ein Höhepunkt, die akustisch taktvolle Einblendung mit Gesangseinlage der Sopranistin der Sächsischen Staatsoper Dresden Romy Petrick sowie des Tenors Tobias Hunger und Bass Interpreten Tobias Berndt, beide ehemalige Kruzianer, die mit ihrem Stimmenklang den Barocktempel Frauenkriche verzauberten.

Der Dresdner Frauenchor in seinen neuen Roben. 60 Stimmen, ein Klang: Der Chor der Frauenkirche faszinierte mit seiner Homogenität und großen Ausdrucksstärke. Wärme und Präzision bei den diversen Klangkörpern.
Bekamen minutenlang stehende Ovationen. vo Links; Sopranistin Romy Petrick, Peter Grimm Jenaer Philhamoniker, erster Kantor der Dresdner Frauenkirche Matthias Grünert, Tenor Tobias Hunger, Bass Tobias Berndt und Solisten der Philharmonie aus Jena.

14 engagierte und ausdrucksstarke sakrale Musikstücke wurden dem Publikum präsentiert. Über eineinhalb Stunde dauerte das Konzert zum 20 Jährigen Kirchweihfest. Am Ende nach fünf (!) Minuten Beifall und Jubelrufen des Publikums war klar: So ein tolles Konzert in der Frauenkirche ist purer Hochgenuss. Mit stehenden Ovationen bedankten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer für die exzellenten Darbietungen. Die dirigierende Taktik von Matthias Grünert, das Orchester von Beginn an zu fordern, war aufgegangen. Bereits mit dem ersten Stück als Einführung, dem Kyrie Charles Gounod (1818 – 1893) und der Messe solennelle en l’honneur de Sainte-Cécile (»Cäcilienmesse«) über 11 Minuten landeten die Jenaer Philharmoniker und Grünert mit engagiertem Einsatzszenen am Pult beim Publikum seinen ersten Treffer. Der frühe Erfolg verlieh dem Orchester musikalisch geradezu Flügel. Denn die Musikerinnen und Musiker spielten mit jeder weiteren Darbietung immer besser.

Das Schöne dabei: Auch dem zunächst eher verhaltenen Zuhörerinnen und Zuhörern schien das Konzert jetzt Spaß zu machen. Bei den Spirituals wurde es in der Kirche richtig lebendig: Mit allem, was dazugehört einschließlich den drei Interpreten und dem Chor der Frauenkirche, die die Hörer in Erstaunen versetzt haben. Man sei »zunächst […] geblendet, dann berauscht und endlich überwältigt.« Und wahrhaftig, einerseits kann man in diesem Werk einen farbig-dramatischen Ton mit prachtvoller Klangentfaltung heraushören, andererseits eine an die Gregorianik gemahnende Einfachheit, dazu eine meist schlichte Harmonik und eine gesangvolle Ausdeutung des Messetextes. Das Instrumentarium weist neben der klassischen Orchesterbesetzung und zwei Harfen, den zusätzlich zu zwei Trompeten, die für ein großes französisches Orchester typischen Pistons (hier zwei Flügelhörner) und zu den Kontrabässen gesellt sich ein riesengroß dimensionierter »Oktobass« hinzu, um an bestimmten Stellen den tiefen Tönen mehr Gewicht zu verleihen.

Ein Genuss, die leisen Sonaren Töne in den ersten Reihen stellenweise »einzufangen« zu können. Auch die Werke »Sinfonie C-Dur« von Georges Bizet begeisterten die prall gefüllten Bänke und Reihen im Kirchschiff. Die Interpretation von Bizet, ein jugendlicher Geniestreich – wurde stilistisch ausgeglichen und instrumentatorisch reif eröffnet. Sie lässt sich mit Schuberts 3. Sinfonie (im Alter von 18 Jahren) oder Mendelssohns »Sommernachtstraum«-Ouvertüre (im Alter von 17) vergleichen.

Ein Vorbild war Gounods 1855 komponierte Sinfonie in D-Dur. Bizet kannte sie gut; er hatte sie sogar für zwei Klaviere arrangiert. Ähnlichkeiten zeigen sich in den Streicherfiguren, wo die Solisten auf den Takt genau die Exaktheit zelebrierten.

Den entwickelnden Sequenzen, in Fugato-Abschnitten der langsamen Sätze und in motivischen Parallelen. Weitere stilistische Anleihen finden sich bei Mendelssohn, auch in der Wiener Klassik und bei Rossini.

Das Fazit nach dem einmaligen musikalischen Hörgenuss in der Frauenkirche: Unter der Leitung von Grünert stellte bei dem Kirchenkonzert unter seiner Leitung nicht nur sein überdurchschnittliches Können unter Beweis, sondern bestach auch durch seine erstaunliche Kondition am Dirigenten Pult. Der Einklang der Klangkörper machte darüber hinaus, ausgezeichnet interpretiert von den Philharmonikern aus Jena, auch seinem neuen Image, sakrale Stücke in zeitgemäßer moderner Form darbieten zu können, alle Ehre. Auch Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel dürften an dem Konzert ihre helle Freude gehabt haben. Der ehemalige Oberbürgermeister Dresdens (1990-2002) Dr. Herbert Wagner (77): »Ich freu mich riesig über die 20 Jahre seitdem wir die Frauenkirche wieder aufgebaut haben, dass sie mit Leben erfüllt wurde, sie für Frieden, Versöhnung und auch für den Glauben steht. Ein hervorragendes Erlebnis und Beweis alles guten Tuns, so wie auch heute Abend bei diesem Schönen Konzert. Ich bin dankbar dafür, in der Frauenkirche dieses Kirchenkonzert erlebt zu haben«.

Vom Schatzmeister Ulrich Blüthner-Haessler von der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche e.V. klang es noch effektvoller: »Einmalig, ein Extralob für die großartige Leistung der Musikerinnen und Musiker, allen Jenaer Philharmonikerern voran Romy Petrick, sowie Tobias Hunger und Tobias Berndt, die bei dem Kirchweih-Konzert als Gesangssolisten brillierten. Es ist nicht in Worte zu fassen, so etwas überwältigendes habe ich noch nicht erlebt, das Orchester aus Jena, welches mir bisher nichts sagte. Ich bin begeistert, auch von der Engagiertheit unseres Kantors Matthias Grünert. Ein Erlebnis, dieses Konzert zum 20. Kirchweihtag«.

Zum Auftakt wurden die Kosten der neuen Roben für den 80 köpfigen Frauenkirchen-Chor durch Ulrich Blüthner-Haessler von der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche e.V. und Maria Noth, Geschäftsführerin Stiftung Frauenkirche, an die Chorleiterin Daniela Behrens, posthum getilgt. Das Projekt der neuen schwarzen Chormäntel mit rotem Krag-Mantel hat erst die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche e.V. möglich gemacht. Diese Gewänder stehen symbolisch für vieles, was in Bewegung ist – und dafür, wie wertvoll Unterstützung von außen für unseren inneren Wandel ist. Dazu Geschäftsführerin Maria Noth: »Das neue Gewand erinnert uns: Veränderung ist kein Verlust. Sie ist manchmal ein Wagnis, manchmal eine Improvisation. Aber sie ist auch eine Kraft, die Schönheit schafft – und Zukunft«.

Hier, an diesem besonderen Ort, steht sie auf sicherem Grund: getragen von einer starken Gemeinschaft, verwurzelt in einer lebendigen Tradition, das wurde an diesem denkwürdigen Abend deutlich.

© Heck, Presse Hamburg (3)

BU Titelbild:
Zeigten sich als Einheit und gepaart mit Harmonie, die Philhamoniker Jena und der Frauenkirchen Chor.

Ein Wahrzeichen im Wandel – Dresdens Neues Rathaus wird fit für die Zukunft mit neuer Photovoltaianlage auf dem Dach (…mehr)

Ein Wahrzeichen im Wandel – Dresdens Neues Rathaus wird fit für die Zukunft mit neuer Photovoltaianlage auf dem Dach

von Dr. h.c. Bernhard Heck

Dresdens Stadtverwaltung hat insgesamt über 7.000 (!) Beschäftigte. Im Neuen Rathaus Dresden stehen nach Abschluss der kompletten Instandsetzung 2030 rund 1.000 Arbeitsplätze zur Verfügung. Im Stadtforum dem 1. April 2025 sind am Ferdinandplatz 1.035 Arbeitsplätze für etwa 1.400 Beschäftigte verfügbar. Langfristig ist es das Ziel der Stadtverwaltung, möglichst alle zentralisier baren Organisationseinheiten im Stadtzentrum und in stadteigenen Immobilien unterzubringen. Das ist bürgerfreundlicher, trägt zur Verbesserung der Kommunikation innerhalb der Verwaltung bei und ist außerdem langfristig wirtschaftlicher als die Nutzung von den zahlreichen Mietobjekten.

Lichthof Rathaus
Gegenüberstellung Lichthof heute/Zukunft © LHDDD Diana Petters

Seit Juli 2025 wird deshalb das denkmalgeschützte Neue Rathaus umfassend modernisiert. Ziel der Komplexsanierung ist es, das historische Gebäude zukunftsfähig und barrierefrei zu gestalten. Neben dem vollständigen Brandschutz werden die Haustechnik erneuert, die Energieeffizienz verbessert und die Raumstrukturen optimiert. Ab 2030 sollen hier rund 1.000 Arbeitsplätze für rund 1.300 Beschäftigte zur Verfügung stehen. Baubürgermeister Stephan Kühn: „Der Brandschutz in dem großen Gebäude ist nicht mehr gegeben, die Haustechnik ist veraltet oder defekt und die Decken in den Obergeschossen sind teils instabil. Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes ist dringend erforderlich. Zugleich entsteht ein weiterer moderner Verwaltungsstandort für Dresden.“

Die bisherigen Baumaßnahmen umfassten die Sanierung des Ostflügel mit Fest- und Plenarsaal von 2011 bis 2017 für rund 38 Millionen Euro. Zwischen 2020 und 2024 folgten Arbeiten an Dach und Außenfassaden für weitere 18 Millionen Euro. Seit Juli 2025 ist der Rathausturm wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Der Probebetrieb läuft voraussichtlich bis Februar 2026. Danach wird über eine dauerhafte Öffnung entschieden. Aktuell sind Gruppen von bis zu fünf Personen zugelassen. Größere Führungen wären nur nach zusätzlichen Bauarbeiten an den Fluchtwegen möglich, die nicht Teil der laufenden Sanierung sind. Der weitere Bauablauf umfasst die Bis Ende 2029 die vollständige Sanierung der Innenräume, die Brandschutz umfassende erneuert und die Innenhoffassaden instandgesetzt. Derzeit finden vor allem Abbrucharbeiten statt. Anschließend folgt die Erneuerung des Brandschutzes und der Haustechnik sowie der Innenausbau mit Putz-, Maler- und Fliesen arbeiten. Auch an Fassaden und Fenstern wird 2026 gearbeitet. Ab 2027 begleiten archäologische Untersuchungen die Bauarbeiten in den Innenhöfen, wo Reste mittelalterlichen Mauerwerks vermutet werden. Am aufwendigsten und teuersten sind die Brandschutzmaßnahmen. Rund 420 Meter Brandwand entstehen, 1.125 Türen werden erneuert oder ertüchtigt. Ergänzt wird dies durch moderne Rauchableitungen und verstärkte, feuerwiderstandsfähige Geschossdecken. Auch die Energieeffizienzstrategie der Stadt wird konsequent fortgeführt: Rund 2.000 neue Leuchten mit stromsparender LED-Technik werden installiert und so die Betriebskosten reduziert.

Der Lichthof des Neuen Rathauses hat eine Seitenlänge von 22 x 32 Metern. Die Überdachung wird abgebrochen und es wird ein neues Dach aus einer schalenartigen Stahl- Glas-Konstruktion an historischer Stelle über dem 3. Obergeschoss aufgebaut. Die Tür- und Fenster Konstruktionen im Lichthof erhalten nach den aktuellen Brandschutzvorgaben eine Brandschutzverglasung. Außerdem wird das Dach des Lichthofes frei beweglich sein. Unter dem neuen Dach eröffnen sich Möglichkeiten für die verschiedensten Veranstaltungsformate für bis zu bis zu 250 Personen. Bei der Planung der Sanierung werden außerdem Garderoben mitberücksichtigt, sowie ein separater Zugang vom Innenhof C, eine Catering-Küche und ein Möbellager. Die Barrierefreiheit des lichtdurchfluteten Veranstaltungsortes wird durch die Anhebung des Fußbodens und den Einbau einer Anlage für eine verbesserte Akustik gewährleistet.
Ein wichtiger Meilenstein ist die Installation von 625 Photovoltaikmodulen und energieeffiziente Beleuchtung auf den Dachflächen des Rathauses. Die Anlage mit einer Leistung von 275 kWp soll bis Anfang November 2025 ans Netz gehen und rund 15 Prozent des Strombedarfs des Rathauses decken. Dieser Anteil wird auf mindestens 20 Prozent höher steigen, wenn die neue, energieeffizientere Gebäudetechnik und Beleuchtung installiert ist. Die erzeugte Solarenergie spart jährlich rund 107 Tonnen Kohlendioxid ein – das entspricht der CO₂-Bindungsleistung von etwa 4.300 ausgewachsenen Bäumen. Insgesamt umfasst die Sanierung eine Bruttogrundfläche von 48.000 Quadratmetern – das entspricht etwa der Größe von sechs Fußballfeldern. Die Kosten bis 2030 belaufen sich auf rund 72 Millionen Euro. Für die Finanzierung der Beleuchtung nutzt die Stadtverwaltung Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Die laufenden Bauarbeiten am Neuen Rathaus, von denen der bisherige Haupteingang Dr.-Külz-Ring 19 betroffen ist, gaben den Anlass, den offiziellen Hauptsitz der Landeshauptstadt Dresden dauerhaft zu ändern. Er befindet sich weiter im Neuen Rathaus, jedoch nun am Eingang Goldene Pforte, Rathausplatz 1. Damit steht als Hauptsitz der Landeshauptstadt Dresden: Neues Rathaus, Rathausplatz 1, 01067 Dresden.

Titelfoto: www.dresden.de / Lichthof Rathaus © Tchoban Voss Architekten
>> www.dresden.de

Wiederaufbau der Carolabrücke: Zwölf Angebote für den Neubau – Auswahl bis Ende Dezember ohne langwieriges Planfeststellungsverfahren (…mehr)

Wiederaufbau der Carolabrücke: Zwölf fristgerechte Angebote für Brückenneubau – Auswahl der Planungsbüros bis Dezember 2025

Von Dr.h.c. Bernhard Heck

Am 11. September 2024 kam es zu einem Teileinsturz der 1971 gebauten Carolabrücke. Seitdem ist die Carolabrücke zur Sicherheit aller vollgesperrt und wurde mit allen drei Brückenzügen abgerissen. Zugleich haben die Planungen für eine neue Brückenverbindung begonnen. Ein unabhängiger Gutachter untersuchte den Brückeneinsturz. In seinem Abschlussbericht kommt er zum Schluss, dass die Ursachen für die Schäden an allen Brückenzügen in der Bauzeit der Spannglieder liegen. Eine Wiederinbetriebnahme war aufgrund der massiven Schäden nicht möglich, alle Brückenzüge mussten daher abgerissen werden.

Brückenteile zur Untersuchen bei Prof. Marx

Für den Wiederaufbau der Carolabrücke hat der Stadtrat im Juni 2025 entschieden, dass die Brücke mit einigen Änderungen als Ersatzneubau wiedererrichtet werden soll.

Die Dresdner Stadtverwaltung hat dem Stadtrat einen Ersatzneubau der Carolabrücke in ähnlicher Größe vorschlagen. Ein Rechtsgutachten bestätigt, dass dabei trotzdem Anpassungen wie regelkonforme Radwege oder eine Verschlankung der St. Petersburger Straße möglich sind. Da die Brücke an gleicher Stelle und Gestalt wieder aufgebaut würde, entfällt ein langwieriges Planfeststellungsverfahren, welches bis zu sechs Jahren dauern kann.

Für die Planung der neuen Carolabrücke wurden zwölf Angebote termingerecht eingereicht. Ein verspätetes Angebot kann nicht mehr berücksichtigt werden. Die eingegangenen Unterlagen werden nun auf Vollständigkeit, Eignung und Vergütung geprüft.

Am 24. Oktober 2025 bewertet ein Gremium aus neun Stadträten aller Fraktionen, dem Oberbürgermeister und dem Baubürgermeister die Angebote und wählt die vier besten Planungsbüros aus. Die Empfehlung dieses Gremiums wird dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung zur Bestätigung vorgelegt. Die endgültige Vergabe an die vier Büros ist für Dezember 2025 vorgesehen.

Die ausgewählten Büros haben anschließend bis Mitte Mai 2026 Zeit, ihre Entwürfe zu erarbeiten. Diese werden dem Gremium und der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Herbst 2026 entscheidet der Stadtrat über die Umsetzung eines Entwurfs.

Hintergrund: Die europaweite Ausschreibung startete am 5. September 2025, die Angebotsfrist endete am 6. Oktober 2025 um 15 Uhr. Die Vergabeunterlagen wurden zuvor dem Begleitgremium vorgestellt, das Vertreter aller Fraktionen, Kammern, Verbände und der Stadtverwaltung umfasst. Dieses Vorgehen hat der Stadtrat im Juni 2025 festgelegt. Es ermöglicht, unterschiedliche planerische Ansätze direkt miteinander zu vergleichen und die qualitativ beste Lösung für Dresden auszuwählen.

www.dresden.de/carolabruecke

© Landeshauptstadt Dresden, www.dresden.de (1),
Titelbild: Die Baustelle an der ehemaligen Carolabrücke am 18. August 2025 © Landeshauptstadt Dresden, Kirsten, www.dresden.de (1)

 

Das Dresdner Bertolt-Brecht-Gymnasium bekommt internationalen Bildungsgang. Exzellente Schulbildung ist Standortfaktor für Silicon Saxony. Kultusminister Clemens und Bildungsbürgermeister Donhauser haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet (…mehr)

Das Bertolt-Brecht-Gymnasium in Dresden bekommt internationalen Bildungsgang

Exzellente Schulbildung ist Standortfaktor für Silicon Saxony

von Dr.h.c. Bernhard Heck

Schulbildung ist Standortfaktor für Silicon Saxon Kultusminister Conrad Clemens für den Freistaat Sachsen und Bildungsbürgermeister Jan Donhauser für die Landeshauptstadt Dresden haben am 22. September 2025 eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um am Bertolt-Brecht-Gymnasium das international anerkannte Middle Years Programme (MYP) der International Baccalaureate Organisation einzuführen. Damit reagieren Land und Stadt auf die steigende Nachfrage nach hochwertigen, international anerkannten Bildungsangeboten in Dresden.

Geplant ist, das Programm ab dem Schuljahr 2027/28 mit einer 6. Klasse zu starten und durch eine vorbereitende 5. Klasse zu ergänzen. Ziel ist es, Familien aus aller Welt, die in der dynamisch wachsenden Mikroelektronik- und Halbleiterregion „Silicon Saxony“ leben und arbeiten, bestmögliche Bildungs- und Zukunftsperspektiven für ihre Kinder zu eröffnen. Das MYP richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen sechs bis Zehn und ergänzt das am Bertolt-Brecht-Gymnasium bereits bestehende International Baccalaureate Diploma Programme in der gymnasialen Oberstufe. Damit wird das Gymnasium ab 2027 das erste öffentliche Gymnasium in Sachsen sein, das internationale Bildungsgänge von Klasse fünf bis 12 durchgehend anbietet.

Kultusminister Conrad Clemens betont: „Mit dieser Absichtserklärung setzen wir ein deutliches Zeichen: Wer in Sachsen arbeitet, soll auch seine Kinder auf international hohem Niveau ausbilden lassen können und das in einer öffentlichen Schule. Wir verfolgen das klare Ziel, Sachsens Schulen internationaler zu machen. Dafür braucht es auch mehr englischsprachigen Unterricht an öffentlichen Schulen.“

Dresdens Bildungsbürgermeister Jan Donhauser hob die Bedeutung des Vorhabens für den Wirtschaftsstandort Dresden hervor: „Dresden steht nicht nur für Hightech und Innovation, sondern auch für Lebensqualität und Zukunftsperspektiven. Ein starkes internationales Schulangebot gehört untrennbar dazu. Es ist ein wesentlicher Faktor, um Familien aus aller Welt hier in Elbflorenz willkommen zu heißen.“

In der Tat bietet das Bertolt-Brecht-Gymnasium hier die besten Voraussetzungen mit: Es verfügt über langjährige Erfahrung mit internationalen Bildungsprogrammen sowie ein engagiertes Kollegium. Schulleiter Marcello Meschke: „Wir freuen uns, unser internationales Profil, um das MYP erweitern zu können. Die Einrichtung einer internationalen Klasse mit Englisch als Verkehrssprache wird eine große Herausforderung sein, doch unsere internationale Schulgemeinschaft bietet dafür ein starkes Fundament.“

Am 28. Oktober 1952 wurde die EOS Reick gegründet, um Schülern die Möglichkeit zu geben, ein Abitur zu absolvieren. Diese erweiterte Oberschule erhielt den Namen des tschechischen Kommunisten Klement Gottwald. Die Namensgebung dieser Elite-Oberschule (EOS) ist bis zum 27. November 1969 zurückzuverfolgen. An diesem Tag fand ein Treffen zwischen Helene Weigel, der Witwe Brechts, und einer Brigade des „VEB Metalleichtbaukombinat-Industriemontage Leipzig“ namens „Bertolt Brecht“ statt. Dabei unterbreitete sie den Vorschlag, dass diese Brigade sich eine Patenklasse suchen sollte. Noch im selben Jahr kündigte die „Bertolt-Brecht-Brigade“ ihr Interesse an einer Patenschaft mit der damaligen Klasse 10 F/2 der EOS Reick an. Dadurch entstand eine enge Beziehung der EOS zum von Brecht gegründeten Berliner Ensemble. Diese Brigade war es auch, die Helene Weigel den Vorschlag machte, der Lehranstalt in Dresden den Namen ihres verstorbenen Ehegatten zu verleihen. ]*

Weitere Informationen:
https://bebe-dresden.de/

© www.dresden.de

]* Quelle: Archiv BBGYM/H.Weigel

Jazztage Dresden – 25 Jahre Jazz mit Haltung und neuem Format Die Jazztage Dresden und ihr 25-jähriges Bestehen – trotz einer drastischen Kürzung der städtischen Förderung um 55 %. Statt des üblichen Herbst-Großfestivals setzt das Team (…mehr)

Jazztage Dresden – 25 Jahre Jazz mit Haltung und neuem Format

Die Jazztage Dresden feiern 2025 ihr 25-jähriges Bestehen – trotz einer drastischen Kürzung der städtischen Förderung um 55 %. Statt des üblichen Herbst-Großfestivals setzt das Team um Intendant Kilian Forster und Geschäftsführerin Tanja Grandmontagne auf ein neues, ganzjähriges Konzertformat und ein starkes Jubiläumswochenende am Ursprung des Festivals.

Vom 19. bis 21. September kehren die Jazztage in die Unkersdorfer Kirche zurück, wo 2000 alles begann. Drei Tage voller Musik, Erinnerungen und transkultureller Klänge markieren den emotionalen Höhepunkt. Das Programm orientiert sich an den ersten Festivaljahren und betont künstlerische Vielfalt und Offenheit.

Seit den bescheidenen Anfängen entwickelte sich das Festival zum größten Crossover-Jazzfestival Europas: jährlich rund 100 Konzerte, über 40.000 Besucher und 500 internationale Künstler. Die Gründer, die Klazz Brothers, prägten das Leitmotiv „Jazz meets Klassik meets Welt“, das bis heute den Charakter bestimmt.

Trotz breiter Resonanz steht das Festival unter Druck: Während die allgemeine Musikförderung Dresdens nur um 3 % sank, erhält der kleinere Jazzclub Dresden inzwischen das Sechsfache an Mitteln. „Diese unverhältnismäßige Entscheidung empfinden viele als politischen Affront. Doch wir machen weiter – für Publikum, Musik und Stadt“, betont Forster.

Mit dem neuen „Jazz all year over“-Konzept finden 2025 über das ganze Jahr verteilte Konzerte statt, mit einem Schwerpunkt im Herbst. Sollten zusätzliche Gelder bewilligt werden, könnte auch ein kompaktes Herbstfestival realisiert werden.

„Die Jazztage leben durch künstlerische Kraft, treues Publikum und den Glauben an die verbindende Wirkung von Musik“, sagt Grandmontagne. „Zum Jubiläum schlägt dieses Herz besonders laut – in Unkersdorf.“

Weitere Infos: www.jazztage-dresden.de

Ein Campus entsteht – DER neue Standort im Dresdner Zentrum. Neubau der Universellen Werke 2 in der Südvorstadt Dresden: Spatenstich und Zukunftsperspektiven zum Großprojekt von Immopact Dresden nimmt deutlich Fahrt auf (mehr…)

Neubau der Universellen Werke 2 in der Südvorstadt Dresden: Spatenstich und Zukunftsperspektiven
Großprojekt von Immopact Dresden nimmt deutlich Fahrt auf

Von Dr.h.c. Bernhard Heck

Vor dem Ersten Spatenstich für die neuen Universelle Werke in der Zwickauer Straße 42-66. Matthias Seifert vom Bauunternehmen, Wolff & Müller Hoch- und Industriebau GmbH & Co KG Standort Dresden, Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Impact Geschäftsführer Andreas Schöberl, Maxi Antonia Henning von der Generalplanungsgesellschaft RBZ Dresden, Landtagsvizepräsident Albrecht Pallas und (von links). Fotos: Presse Dresden Hamburg (5)

Mit einer kleinen Verspätung – ganz im Sinne der traditionellen „akademischen Viertelstunde“ – traf Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert zum Spatenstich für die „Universellen Werke 2“ ein. Doch von Hektik war bei seiner Rede keine Spur. Gelassen und voller Zuversicht verkündete er die nächsten großen Schritte für den Bildungs- und Forschungsstandort Dresden.

Nach den viel beachteten Ansiedlungen von Hightech-Unternehmen wie TSMC und Bosch im Dresdner Norden, bahnt sich nun ein weiteres Großprojekt an: Ministerpräsident Michael Kretschmer übergab den Fördermittelbescheid der Europäischen Union über 77,5 Millionen Euro für den Neubau des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) für Elektrotechnik in Dresden. Insgesamt wird sich die Europäische Union mit Fördermitteln von bis zu 100 Millionen Euro aus dem EFRE/JTF-Programm an dem ambitionierten Projekt beteiligen. Insgesamt belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 136,2 Millionen Euro.

Und nun werden die Universellen Werke 2 an der Zwickauer Straße auf der Achse der neuen Campuslinie zum Uni Campus eingebunden. Dazu der Oberbürgermeister: „Die Landeshauptstadt Dresden spricht der Errichtung eines neuen Campus in der direkten Nachbarschaft zur Technischen Universität Dresden ihre ausdrückliche Anerkennung aus. Besonders erwähnenswert ist die Ansiedlung in den Wissenschaftseinrichtungen der Universellen Werke 2, die durch die zentrumsnahe Lage hervorragende Rahmenbedingungen für innovative Unternehmen bieten. Mit der Bereitstellung hochattraktiver Räumlichkeiten am neuen Campus setzt Dresden ein deutliches Zeichen für die Förderung von Innovation und Unternehmensentwicklung. Die Nachfrage nach Unternehmensansiedlungen sowie nach Erweiterungen, insbesondere mit Schwerpunkt auf Hightech-Standorten und Clustern, ist augenfällig und verzeichnet einen stetigen Anstieg. Die Stadt erhält wöchentlich zahlreiche Anfragen von Unternehmen, die Interesse an einer Ansiedlung oder Expansion in Dresden bekunden“.

Viel beachtet gilt Dresden als Vorreiter in der Entwicklung zukunftsfähiger Unternehmensstandorte. Im Vergleich zu anderen Regionen der Bundesrepublik verfolgt Dresden einen eigenständigen, fortschrittlichen Ansatz bei der Entwicklung von Unternehmensstandorten und Innovationsclustern. Der Stadt ist bewusst, dass nachhaltige Entwicklung Freiräume für Kreativität voraussetzt – eben diese Freiräume werden durch den zweiten Bauabschnitt der Universellen Werke geschaffen.

Im Vordergrund Förderung kreativer und innovativer Entfaltung. Die Erweiterung und Modernisierung der Universellen Werke 2 stellt einen entscheidenden Schritt dar, um Unternehmen, Forschenden und kreativen Persönlichkeiten die notwendigen Ressourcen und Möglichkeiten für die Umsetzung ihrer Projekte zu bieten. Dresden setzt auf eine nachhaltige sowie innovative Stadtentwicklung, die sowohl die Wirtschaft als auch die Wissenschaft in der Region nachhaltig stärkt. Das Universelle Werke Areal in der Zwickauers Straße entsteht dabei auf einer Fläche von 28 500 Quadratmetern. Die Universellen Werke wurden Anfang des 19. Jahrhunderts aus einem Zusammenschluss mehrerer Firmen gegründet und haben in die Zigarettenherstellung wesentliche Innovationen eingeführt. Die Firma durchlebte eine wechselvolle Geschichte. Mit den verschiedensten Maschinenerzeugnisse schrieben die Universellen Werke in Dresden Industriegeschichte. Die 1898 von dem Ingenieur Otto Bergsträßer als Compagnie Universelle gegründet bestanden über Jahrzehnte am Standort Zwickauer Straße 48-50 . Im Krieg zerstört, wurde das Unternehmen 1946 als VEB Universelle-Werk Dresden in Volkseigentum überführt und 1948 in VEB TABAKUNI Dresden umbenannt. Anfang der 1960er-Jahre erfolgte die Umstellung der Produktion auf Verpackungsmaschinen und 1972 die Integration ins Kombinat NAGEMA. Ab 1990 wurde das Unternehmen in das operative Geschäft PACTEC und in die immobilienverwaltende IMMOPACT aufgeteilt. „Immo“ steht hierbei für Immobilien und „Pact“ für PACTEC.

Seit 2015 erfolgte durch Immopact die die schrittweise Revitalisierung. Sichtlich stolz sprach Geschäftsführer Andreas Schöberl (62) von gemeisterten Risiken und Erfolgen: “ Durch unser Büro, wurde nach einer Bestandsaufnahme eine Untersuchung zur strukturellen haustechnischen Erschließung erstellt und eine Gesamtkonzeption entworfen. Auf dem geschichtsträchtigen Areal der UNIVERSELLEN WERKE Dresden entsteht damit ein moderner und nachhaltiger Hightech-Standort mit vielfältigen Nutzungsoptionen und Angeboten für das Arbeiten von Morgen. Der zentrale Standort im Herzen der Stadt Dresden stellt dabei einen besonderen Vorteil dar“. So wurden im Rahmen der Entwicklung vor Jahren das architektonisch und historisch bedeutsame Bestandsgebäude (HAUS E) modernisiert und durch Erweiterungen ergänzt. Im ersten fertig sanierten Haus E fand eines der Technologiezentren der Landeshauptstadt Dresden einen neuen Standort, weitere Unternehmen wie die VW Group Software Innovation & Development, die Viessmann Group, die anvajo GmbH und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt siedelten sich bereits an. Die Zukunft des Campus gestaltet sich weiter vielseitig.

Impact-Geschäftsführer Andreas Schöberl
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert

Bereits vorab hatte das Projekt von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) das Zertifikat in Gold bekommen. Der geplante Campus erfüllt damit bereits in der Planungsphase die höchsten Standards in den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Technik und Funktionalität. “ Wir planen energieeffiziente Gebäudetechnik, ressourcenschonende Materialien und eine weitreichende Begrünung des Areals, dafür werden wir sorgen, Das DGNB Vorzertifikat ist ein Beleg für unseren Anspruch, hochwertige Gewerbeimmobilien mit echtem Mehrwert für Stadt und Nutzer zu schaffen“, so Geschäftsführer Immopact Andreas Schöberl.

Der neue Campus der Wissenschaft mit Stadtgesellschaft verbindet – zukunftsorientiert, barrierefrei und klimafreundlich. Es entsteht in drei sich überschneidenden Bauphasen in der Zwickauer Straße. als Ziel ist einen leistungsfähigen, modernen Standort mit hoher Aufenthaltsqualität und speziellen Innenräumen zu schaffen. Im Mittelpunkt stehen multifunktionale Räume für neue Lehr- und Lernformate, interdisziplinäre Austauschmöglichkeiten, moderne Labor- und Werkstattflächen. Mit der baulichen Neustrukturierung wird auch die Lage des Campus im Stadtgefüge neu gedacht. Neue Wegeführungen, barrierefreie Zugänge und öffentliche parkähnliche Flächen sorgen für eine stärkere Vernetzung mit den angrenzenden TU-Standorten.

Die Neubauten werden in einer fünfgeschossigen Bauweise errichtet und orientieren sich damit bewusst an den Maßstab des Umfelds. Ziel ist ein offener, einladender Campus – ein Ort der Wissenschaft, Begegnung und städtischer Integration. Für einen „Lacher“ mit Hintergrund, sorgte Andreas Schöberl: “ Wir machen das auf Verdacht wir haben noch keinen Mieter, bekanntlich wird es mit den Banken keinen Kredit geben. Heute so Schöberl:“ Verlangen die Banken ein 70-prozentige Mieterquote von einem Projektentwickler. Wir befinden uns in der vorzüglichen Lage den benötigten Etat von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag (55 Millionen) in die Finanzierung zu bringen. Mit einem Aufkommen von 15 000 Bockwürsten in den nächsten drei Jahren Bauzeit wird exemplarisch dien Größe des 28 500 Quadratmeter umfassenden Areals mit seinen vier fünfgeschossigen stilvollen Baublöcken deutlich. Die Baufelsfreimachung nahm knapp 16 Monate in Anspruch, bevor sich die Bagger drehen können. Der beim Spatenstich vorgeschlagene Campus-bau reagiert in seiner baukörperlichen Gliederung auf die spezifischen räumlichen Bedingungen, sowie die Vorgaben zur schrittweisen Entwicklung des Standortes. Ziel der Konzeption wird es es sein, durch die Verteilung der Baumassen auf dem Baufeld einerseits eine klare Verzahnung zwischen dem bereits sanierten Hauptgebäude(Halle H) und der Wagenhalle zu erzielen und andererseits die städtebaulichen Bezüge aufzunehmen und architektonisch fortzuführen. Die einzelnen vier Gebäudekomplexe der Universellen Werke öffnen sich einladend zu den im Quartier liegenden Erschließungsachsen, sie werden als repräsentative Zugänge gestaltet und über Foyers die begrünten Höfen anschließen. Sie ermöglichen damit eine geschossübergreifende visuelle Wahrnehmung die verschiedenen Nutzer zum Verweilen einladen sollen. Geschätzte 1000 Mitarbeiter von verschiedenen Firmen werden so die Planer voraussichtlich den werdenden Hightech-Campus Ende 2027 bevölkern. In zwei weiteren Bauabschnitten entstehen bis 2031 weitere zwei Neubauten mit Tiefgarage sowie Außenanlagen mit hoher Aufenthaltsqualität. Abgerundet wird der Campus durch eine ehemalige Wagenhalle für Bahnfahrzeuge, welche einer neuen Nutzung zugeführt werde. Politische Prominenz kam auch mit dem Vizepräsident des sächsischen Landtags Albrecht Pallas (SPD). Den weiten geschichtlichen Bogen spannend, sprach er von einem neuen Campus, er ist ein Start in eine nachhaltige Zukunft. Des Weiteren fügte er hinzu.“ Wenn 2028 die Neubauten fertig sein sollten, dann füllt sich wieder eine Jahrzehnte alte Industriebrache mit Leben an einem Ort, der seit 1898 von Industrie geprägt war. Krieg und jahrzehntelang bauliche Vernachlässigungen haben hier ihre Spuren hinterlassen, mit dem neuen Hightech-Campus, schreiten wir nun in eine Zeiten- und Trendwende hoher Akzeptanz bei der Bevölkerung“.

Der neue Campus Universelle Werke der Wissenschaft mit Stadtgesellschaft verbindet – zukunftsorientiert, barrierefrei und klimafreundlich. Ziel ist einen leistungsfähigen, modernen Standort mit hoher Aufenthaltsqualität und speziellen Innenräumen zu schaffen. Im Mittelpunkt stehen multifunktionale Räume für neue Lehr- und Lernformate, interdisziplinäre Austauschmöglichkeiten und moderne Labor- und Werkstattflächen. Bleibt zu hoffen dass die Ansätze auch von den Mietern entsprechend gewürdigt werde, doch Andreas Schöberl gibt sich optimistisch; „ Wir haben schon jetzt, trotz dreijährigen Bauzeit schon Anfragen, das ist für eine Industrieansiedlung dieser Größenordnung von 16 000 Quadratmetern schon ungewöhnlich“. Sagt es, und schreitet mit Sommerhut nach dem geglücktem Spatenstich sichtlich locker zu einem reichlich gedeckten Büfett mit Blick auf seinem Gelände.